Überblick

Was sich im neuen Jahr 2014 für Sie alles ändert

Im Jahr 2014 wird es so viele neue Regelungen geben wie selten zuvor. Von Porto bis höhere BVG-Tarife: Was billiger wird und wo Verbraucher mehr bezahlen müssen - ein Überblick.

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ARBEIT

Arbeitsort wird erster Einsatzort

Die „regelmäßige Arbeitsstätte“ wird „erste Tätigkeitsstätte“. Arbeitnehmer, die an mehreren Stätten ihres Unternehmens tätig sind, sollten mit ihrem Arbeitgeber rasch klären, welcher Arbeitsort ihr erster Einsatzort ist. Denn ab dem 1. Januar 2014 wird der Bezugspunkt für die Berechnung der Entfernungspauschale nicht mehr die „regelmäßige Arbeitsstätte“, sondern die „erste Tätigkeitsstätte“ sein. Wer von seiner Wohnung zu den verschiedenen anderen Einsatzorten fährt, kann künftig jedes Mal die Hin- und Rückfahrt mit 30 Cent pro Kilometer ansetzen, also sehr viel höhere Beträge als bislang.

1000-Euro-Grenze für Zweitwohnung am Arbeitsort

Die Regelungen für die arbeitsbedingte Zweitwohnung werden konkreter. Bisher lag die Grenze bei 60 Quadratmetern und der maximal üblichen Ortsmiete. Ab 2014 wird die Betragsgrenze für Miete, Betriebskosten, Stellplatz und Garagenmiete bei 1000 Euro festgesetzt. Darüber hinaus wird die Notwendigkeit der Zweitwohnung geprüft. Die „Arbeitswohnung“ muss näher als die halbe Entfernung der Erstwohnung zum Arbeitsplatz sein.

Zeitarbeiter bekommen neuen Mindestlohn

In der Zeitarbeitsbranche sind rund 800.000 Menschen beschäftigt, und die bekommen ab dem 1. Januar 2014 einen neuen Mindestlohn. Im Westen soll die Mindestbezahlung um 3,8 Prozent auf 8,50 Euro steigen, im Osten sogar um 4,8 Prozent auf 7,80 Euro. Der neue Mindestlohn ist allgemein verbindlich, das heißt, ab dem Jahreswechsel bekommen alle Zeitarbeiter den Aufschlag bezahlt.

BANKEN

Zahlungssystem Sepa für Transaktionen startet

Sepa – für viele Bankkunden klingt diese Buchstabenfolge noch immer befremdlich. Sie steht für Single Euro Payments Area, übersetzt: einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum. Der bargeldlose Zahlungsverkehr, also Überweisungen und Lastschriften in Euro, unterliegt ab 1. Februar europaweit einheitlichen Verfahren. Die wichtigste Änderung für Bankkunden: Statt ihrer gewohnten Kontonummer sollten sie bei allen Überweisungen und Zahlungen nun ihre IBAN, also die internationale Kontonummer, parat haben. Die ist mit 22 Stellen zwar lang, enthält aber die bisher immer benötigte Bankleitzahl. Kurz gefasst besteht die IBAN aus dem Länderkennzeichen (DE = Deutschland) und einer zweistelligen Prüfziffer, gefolgt von Bankleitzahl und Kontonummer – es ändern sich letztlich nur vier Zeichen. Vom eigenen Umrechnen der bisherigen Bankdaten in die neue IBAN raten Verbraucherschützer trotzdem ab. Ein Blick auf den Kontoauszug genügt – dort werden die neuen Daten bereits aufgeführt. Bereits erteilte Lastschriften behalten ihre Gültigkeit, die Daten werden automatisch angepasst.

BEITRÄGE

Neue Bemessungsgrenze für Sozialversicherungsbeiträge

Gutverdiener müssen ab 1. Januar mehr für ihre Sozialversicherungsbeiträge zahlen: Die Beitragsbemessungsgrenze für Kranken- und Pflegeversicherungen steigt um 112,50 Euro auf 4050 Euro. Beitragsfrei bleibt nur Einkommen, das über dieser Grenze liegt. Versicherte, die von der Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze betroffen sind, müssen demnach im neuen Jahr rund zehn Euro monatlich mehr für Kranken- und Pflegeversicherung aufbringen. Wer über einen Wechsel in die private Krankenversicherung nachdenkt, sollte die neue Versicherungspflichtgrenze im Auge behalten, bis zu der Arbeitnehmer Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sein müssen. Die Grenze steigt um 1200 Euro auf einen Jahresverdienst von 53.550 Euro. Das entspricht einem monatlichen Einkommen von 4462,50 brutto, ab dem sich Arbeitnehmer privat versichern können.

Rentenbeitragspflicht auch für höhere Einkommen

Auch bei der gesetzlichen Rente steigt die Einkommensgrenze, bis zu der Versicherte den vollen Beitrag zahlen müssen. Zwar bleibt Deutschland in Sachen Rente zweigeteilt in Ost und West, doch für beide Teile steigen die Beitragsbemessungsgrenzen: Im Westen um 150 Euro auf ein monatliches Einkommen von 5950 Euro, im Osten um 100 Euro auf 5000 Euro Monatseinkommen. Wer exakt so viel verdient, hat künftig eine höhere Belastung von rund 14 Euro (West) und knapp zehn Euro (Ost). Mit der neuen großen Koalition wird es voraussichtlich keine Absenkung der Rentenbeiträge geben – obwohl die Rentenkassen aufgrund der guten Arbeitsmarktlage zurzeit voll sind. Beiträge zur Rentenversicherung sind jedoch ab dem neuen Jahr stärker steuerlich absetzbar, was laut Bundesfinanzministerium zu einer „Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen führt“.

BERLIN

Die Preise für Wasser sinken

Ab dem 1. Januar 2014 werden die Preise für das Berliner Wasser sinken. Vorgesehen ist ein Nachlass beim Frischwasser von 15 Prozent, der Abwasserpreis bleibt nach bisherigen Informationen konstant. Diese Dimension hat das Abgeordnetenhaus vorgegeben, nachdem die Gewinnerwartung an die Berliner Wasserbetriebe (BWB) für 2014 um 26 Millionen Euro reduziert wurden. Die genaue Tarifkalkulation wird der Aufsichtsrat der BWB im Laufe des Januars beschließen. Gleichzeitig wird den Kunden bereits zu viel gezahltes Geld für 2013 erstattet. Dabei handelt es sich um durchschnittlich 13,50 Euro pro Person, die für Mieter mit der Nebenkostenabrechnung verrechnet werden.

Taxifahren wird teurer

Seit Sommer 2009 sind die Taxipreise in Berlin stabil geblieben, doch Anfang des neuen Jahres steht nun eine Erhöhung an. Auf Antrag der Taxiverbände soll unter anderem die sogenannte Einsteigegebühr um 20 Cent auf 3,40 Euro steigen. Der Streckentarif für die ersten sieben Kilometer soll sich von 1,65 Euro auf 1,79 Euro pro Kilometer erhöhen. Für längere Fahrten soll der Kilometerpreis um sieben Cent auf 1,35 Euro steigen. Eine gleichfalls geforderte Verteuerung des vor allem bei Touristen beliebten Kurzstreckentarifs lehnte die zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hingegen ab. Wann genau die Preiserhöhung in Kraft tritt, ist allerdings noch offen.

BVG und S-Bahn heben die Ticketpreise an

Offiziell noch nicht beschlossen, aber längst in Vorbereitung ist die nächste Anhebung der Ticketpreise für den öffentlichen Nahverkehr in der Hauptstadt. Zuletzt hatten sich die Fahrscheine im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg am 1.August 2013 um knapp drei Prozent verteuert. Berlins Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD) und BVG-Chefin Sigrid Nikutta haben sich jetzt für eine automatische Tarifanpassung einmal im Jahr ausgesprochen. Diese soll entsprechend der allgemeinen Teuerungsrate oder nach einem Durchschnittswert der Preisanhebungen aller Verkehrsverbünde in Deutschland erfolgen. Danach werden sich die Tickets für BVG, S-Bahn und Regionalverkehr – voraussichtlich im Sommer 2014 – im Schnitt erneut um 2,6 bis 2,9 Prozent verteuern. Zuletzt war der Verkaufspreis für die meisten Einzelfahrscheine um mindestens zehn Cent angehoben worden.

Touristen müssen eine City Tax zahlen

Berlin-Touristen müssen ab dem Jahreswechsel eine Übernachtungsgebühr zahlen. Die City Tax beträgt fünf Prozent der Übernachtungskosten. Bei einem Nettohotelpreis von 300 Euro fallen also 15 Euro an. Der Senat rechnet mit jährlichen Einnahmen in Höhe von rund 25 Millionen Euro. Dienstreisen sind von der neuen Steuer jedoch ausgenommen.

Grunderwerbsteuer wird auch in Berlin angehoben

Mit dem Jahreswechsel erhöhen vier Bundesländer die Grunderwerbsteuer. Wer in Berlin, Bremen, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein ein Haus, eine Wohnung oder ein Grundstück kauft, muss dem Fiskus deutlich mehr überweisen als zuvor. Spitzenreiter ist ab Januar Schleswig-Holstein mit einem Satz von 6,5 Prozent. Berlin erhöht auf sechs Prozent, Bremen und Niedersachsen auf fünf Prozent.

Stromkosten steigen weiter

Die Förderung erneuerbarer Energien wird im neuen Jahr für steigende Stromkosten sorgen. 2014 wird die Umlage für die Kilowattstunde Strom um 0,963 Cent auf 6,240 Cent steigen. Ein Haushalt mit einem Durchschnittsverbrauch von 3500 Kilowattstunden im Jahr wird im Monat 2,73 Euro mehr bezahlen müssen.

EU verbietet zum 1. September stromfressende Staubsauger

Nach den Glühbirnen nimmt die Europäische Union nun den Staubsauger ins Visier. Vom 1.September 2014 dürfen nur noch Geräte verkauft werden, die weniger als 1600 Watt Leistung erbringen – und damit weniger Strom verbrauchen. 2017 wird auf 900 Watt gedrosselt. Eine entsprechende Verordnung ist bereits Mitte 2013 in Kraft getreten. Ebenfalls ab Anfang September 2014 müssen Hersteller alle Staubsauger mit einem Label versehen, das den Verbrauch anzeigt. Dies reicht vom grünen A für geringen Stromverbrauch bis zum roten G für hohen Verbrauch. Entscheidend ist die Leistung, also die Wattzahl.

FAMILIEN

Betreuungsgeld steigt im August auf 150 Euro

Eltern, die ihr einjähriges Kind selbst betreuen und keine Tagesbetreuung nutzen, erhalten seit August 2013 ein monatliches Betreuungsgeld von 100 Euro. Ab dem 1. August 2014 wird das Betreuungsgeld dann nicht nur für das zweite, sondern auch für das dritte Lebensjahr gewährt, außerdem steigt der monatliche Satz auf 150 Euro.

Höherer Freibetrag für Kinder

Ein kleines Plus: Der steuerliche Kinderfreibetrag steigt im kommenden Jahr leicht auf 4440 Euro. Dieser Freibetrag wird vom zu versteuernden Einkommen der Eltern abgezogen. Ob es jedoch sinnvoller ist, Kindergeld zu beziehen oder aber den Freibetrag geltend zu machen, rechnet das Finanzamt beim Einkommensteuerjahresausgleich aus.

GELDANLAGE

Mehr Mehrwertsteuer auf Silbermünzen

Die Mehrwertsteuer für Sammlermünzen aus Silber erhöht sich zum 1. Januar 2014 von bisher sieben auf dann 19 Prozent. Die Bundesregierung hat damit eine Vorgabe der Europäischen Union umgesetzt, die Mehrwertsteuergesetze zu harmonisieren. Der neue Steuersatz bezieht sich auf Silberanlagemünzen wie beispielsweise den China-Panda, den australischen Kookaburra, den Silber-Philharmoniker, aber auch auf Silbersammlermünzen. Silberbarren unterliegen bereits heute schon dem vollen Mehrwertsteuersatz.

GESUNDHEIT

Nur noch die neue elektronische Gesundheitskarte gilt

Die bisherige Krankenversicherungskarte wird zum Jahreswechsel ungültig: Ab 1. Januar 2014 öffnet nur noch die elektronische Gesundheitskarte mit einheitlichem Logo, Chip und Foto die Tür zum Behandlungszimmer. Die neue Karte enthält vorerst nur die Stammdaten, die auch auf der bisherigen Karte enthalten waren: Name, Geburtsdatum, Adresse sowie Krankenversicherungsnummer. Neu ist jedoch ein Foto des Versicherten, um diesen besser identifizieren und Kartenmissbrauch eindämmen zu können.

Einsatz von Antibiotika wird stärker überwacht

Ab dem 1. April 2014 wird der Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft stärker überwacht. Die eingesetzten Medikamente und die Häufigkeit ihrer Anwendung werden registriert. Fällt ein Betrieb auf, können die Überwachungsbehörden den Tierhalter verpflichten, die hygienischen Verhältnisse in den Ställen zu verbessern.

HANDY

Preise für Telefonate im Ausland sinken

Seit Jahren sinken die Preise für Handytelefonate im Ausland. Auch 2014 wird es wieder günstiger. Ab dem 1. Juli des kommenden Jahres müssen Verbraucher innerhalb der EU für Anrufe in die Heimat nur noch 19 Cent die Minute bezahlen. Eingehende Anrufe im Ausland müssen mit fünf Cent die Minute bezahlt werden. Das Versenden einer SMS im Ausland wird sechs Cent kosten, ein Megabyte Datenvolumen darf nicht mehr als 20 Cent kosten.

HARTZ IV

Regelsatz wird erneut angehoben

Die Sozialhilfe und die Grundsicherung (Hartz IV) erhöhen sich zum Jahreswechsel: Ein alleinstehender Erwachsener erhält ab 1. Januar 2014 monatlich 391 Euro Grundsicherung (2013: 382 Euro). Die Regelsätze für die im Haushalt lebenden Partner und Kinder (Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft) steigen anteilig. Für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren gibt es beispielsweise sechs Euro monatlich mehr. Die Anhebung der Regelbedarfsstufen gilt für Sozialhilfe, die Grundsicherung für Arbeitssuchende und für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung.

INKASSO

Anwälte müssen Namen des Auftraggebers offenlegen

Mehr Durchblick beim Schuldendienst: Inkassobüros und -anwälte müssen ab dem 1. November 2014 angeben, für wen sie ihre Forderungen eintreiben und um welche Rechnung es geht. So können Betroffene besser nachprüfen, ob sie wirklich zahlen müssen oder nicht.

JUSTIZ

Prozesskostenhilfe für Menschen mit niedrigem Einkommen

Geringes Einkommen ist kein Hindernis, sein Recht einzuklagen. Nach dem Prozesskostenhilferecht erhalten Betroffene finanzielle Unterstützung. Wer dies in Anspruch nimmt, muss aber vier Jahre nach Beendigung des Verfahrens von sich aus Auskunft über wesentliche Verbesserung seines Arbeitseinkommens geben. Wird dem nicht nachgekommen, muss ein Strafverfahren befürchtet werden.

POST

Porto für Briefe und Pakete wird teurer

Zwei-Cent-Marken sind demnächst der Renner. Denn die braucht man, um seine alten Briefmarken auf das neue Porto zu trimmen. Ab dem 1. Januar kostet der Standardbrief 60 statt 58 Cent, das Einschreiben verteuert sich um zehn Cent auf 2,15 Euro. Pakete mit einem Gewicht über zwei Kilo kosten neun Cent mehr.

STEUERN

Arbeitnehmer werden geringfügig entlastet

Immerhin eine kleine steuerliche Entlastung gibt es ab Januar für alle: Der Grundfreibetrag steigt um 224 Euro. Wer weniger als 8354 Euro jährlich verdient, muss gar keine Steuern zahlen, Ehepaare erst ab 16.708 Euro. Alleinstehende bezahlen mit der Erhöhung des Grundfreibetrags rund 45 Euro weniger Steuern, Ehepaare etwa 90 Euro.

Schlupflöcher werden geschlossen

Mit dem IFM-Steuer-Anpassungsgesetz im Zuge der Neuordnung der Fondsbranche wird es für international tätige Unternehmen attraktiver, Altersvorsorgevermögen zentral in Deutschland zu verwalten. Steuertricksereien sollen beseitigt werden. Weitere Bestimmungen sollen dafür sorgen, dass das „Goldfinger-Steuersparmodell“ nicht mehr funktioniert. Auch werden Rechtsgrundlagen geschaffen, um den Datenaustausch mit den USA bei Steuerfällen zu verbessern.

Rauchen wird erneut teurer

Zum 1. Januar tritt eine weitere Stufe der Tabaksteuererhöhung in Kraft – was Hersteller womöglich an die Verbraucher weiterreichen. Dann würde eine Packung Zigaretten (19 Stück) bis zu acht Cent teurer werden, eine 40-Gramm-Feinschnittpackung um zwölf bis 14 Cent.

VERBRAUCHER

Mehr Rechte für Geschädigte

Kunden oder Anleger, die von Anbietern hinters Licht geführt wurden, können ab dem 1. Januar 2014 leichter von Grundsatzentscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGH) profitieren. Bisher konnten Finanzinstitute, Versicherungen und andere Unternehmen in brenzligen Fällen durch die Revisionsrücknahme Massenklagen aus dem Weg gehen. Dadurch erhielten oftmals nur die Einzelkläger beziehungsweise diejenigen, die als Erstes geklagt haben, ihr rechtmäßig zustehendes Geld. Alle anderen Geschädigten gingen leer aus. Mit der Neuregelung werden nun auch die Klagen weiterer Geschädigter zugelassen.

Neuerungen bei Verbraucherinsolvenzen

Wer privat pleite ist, muss sich ab 1. Juli 2014 auf Neuerungen im Verbraucherinsolvenzverfahren einstellen. Der Gesetzgeber hat denjenigen hohe Hürden auferlegt, die von der neuen Verkürzung des Verfahrens profitieren wollen: Nur wer mindestens 35 Prozent der Gläubigerforderungen sowie die Kosten des Verfahrens begleichen kann, soll künftig schon nach drei statt bislang nach sechs Jahren von seinen Restschulden befreit werden. Für den Großteil der insolventen Schuldner werden diese Anforderungen wohl nicht zu erfüllen sein.

Einheitlicher Widerruf bei Online-Bestellungen

Wer im Internet bestellt – egal ob Bücher, Schuhe, Smartphones oder Elektrogeräte –, der kann ab 13. Juni 2014 auf EU-weit einheitliche Widerrufsregelungen bauen: Die Frist für einen Widerruf beträgt dann in allen EU-Ländern 14 Tage nach Erhalt der Ware. Der Widerruf muss ausdrücklich gegenüber dem Online-Anbieter erklärt werden. Die deutsche 40-Euro-Klausel, wonach der Händler die Retoure-Kosten bei einem Warenwert von über 40 Euro zahlt, entfällt mit Inkrafttreten des Gesetzes. Der Onlineshop-Betreiber kann dem Kunden dann die Rücksendekosten bei einem Widerruf aufs Auge drücken, wenn er diesen darüber informiert.

VERKEHR

Der Grenzwert für den CO2-Ausstoß wird verschärft

Für Pkw mit erstmaliger Zulassung ab 1. Januar 2014 wird der Grenzwert für den Kohlendioxidausstoß (CO2) verschärft. Künftig ist für jedes Gramm CO2, das die Freigrenze von 95 Gramm pro Kilometer überschreitet, ein Zusatzbeitrag von zwei Euro fällig. Bisher gab es den Aufschlag nur für Motoren, die mehr als 110 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen.

Neues Punktesystem für Autofahrer

Ab 1. Mai gilt für Autofahrer ein neues Punktesystem bei Verstößen am Steuer. Ab dann gibt es je nach Schwere des Vergehens einen, zwei oder drei Punkte. Der Führerschein wird bei acht statt bisher 18 Punkten entzogen. Über den freiwilligen Besuch von Schulungen kann ein Punkt binnen fünf Jahren abgebaut werden, wenn man maximal fünf Punkte hat. Punkte verjähren künftig jeweils getrennt, und zwar je nach Schwere nach zweieinhalb, fünf oder zehn Jahren.

In jedem Auto muss eine Warnweste vorhanden sein

Was in anderen europäischen Ländern bereits lange Pflicht ist, kommt nun auch in Deutschland: Spätestens ab dem 1. Juli muss in jedem Pkw, Lastwagen und Bus mindestens eine Warnweste vorhanden sein. Bei einer Panne oder einem Unfall sollen die Fahrer für andere Verkehrsteilnehmer besser zu sehen sein. Damit sie immer griffbereit ist, sollte die Weste in der Nähe des Fahrersitzes deponiert werden. Wer häufig mit mehreren Personen unterwegs ist, sollte auch für seine Insassen eine Warnweste an Bord haben, raten Verkehrsexperten. Pflicht ist dies allerdings nicht.

In der Schweiz gilt Tag und Nacht Lichtpflicht

Wer einen Besuch mit dem Auto in der Schweiz plant, sollte ab der Grenze das Licht seines Fahrzeugs einschalten – und zwar Tag und Nacht. Ab 1. Januar gilt im Nachbarland Lichtpflicht. Diese Pflicht am Tag gilt auch in 20 weiteren europäischen Ländern.

VORSORGE

Bessere Absicherung gegen Berufsunfähigkeit

Aus der Altersvorsorge per Riester-Sparplan lässt sich ab Januar mehr Geld in eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit und verminderte Erwerbstätigkeit sowie die Absicherung für Hinterbliebene stecken. Statt bisher 15 Prozent können dann bis zu 20 Prozent der Altersvorsorgebeiträge – maximal aber 2100 Euro je Förderberechtigter – für die übrigen Versicherungen eingesetzt werden. Zur Rürup-Rente kann ab 2014 eine separate Versicherung gegen Berufsunfähigkeit oder Erwerbsminderung abgeschlossen werden. Wer per sogenannten Wohn-Riester fürs Eigenheim spart, kann das angesammelte Geld ab Januar jederzeit ganz oder teilweise verwenden, um Schulden für die Immobilie zu tilgen. Zudem darf man das Geld nun auch für den altersgerechten Umbau des Eigenheims nutzen.

Millionen Mütter bekommen mehr Rente

Ab Juli 2014 sollen die etwa neun Millionen Frauen, die vor 1992 Kinder bekommen haben, mehr Geld bekommen. Für jedes Kind wird ihnen dann ein Rentenpunkt mehr angerechnet. Frauen bekommen im Westen Deutschlands für jedes Kind 28,12 Euro monatlich mehr, im Osten 25,74 Euro. Außerdem sollen sich langjährig Versicherte mit 45 Beitragsjahren schon mit 63 statt wie bisher mit 65 Jahren in den Ruhestand verabschieden können. Parallel zur Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre steigt der vorgezogene Ruhestand auf 65 Jahre an.

WOHNEN

Warmwasserzähler nur noch geeicht

Ab dem 1. Januar 2014 müssen Vermieter geeichte Warmwasserzähler und Heizwärmemessgeräte verwenden. Alte Wasserzähler, die seit dem 1. Januar 1987 in Betrieb sind, und Heizkörper, die seit dem 1. Juli 1981 verwendet werden, müssen vom Vermieter zum Jahreswechsel durch neue Geräte getauscht werden. Sollte der Vermieter dieser Regelung nicht nachkommen, darf der Mieter die auf ihn anfallenden Kosten für Warmwasser und Heizung pauschal um 15 Prozent kürzen.

Koalition legt eine Mietpreisbremse fest

Die große Koalition hat sich in ihrem Vertrag auf die Einführung einer sogenannten Mietpreisbremse festgelegt. Die Bundesländer erhalten danach die Möglichkeit, fünf Jahre lang für Gebiete mit einem besonders angespannten Wohnungsmarkt den Preisanstieg zu deckeln. Vermieter dürfen dann bei einer Wiedervermietung einer Wohnung maximal zehn Prozent mehr als die ortsübliche Vergleichsmiete verlangen.

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