Südafrika

Präsident will Blutbad an Minenarbeitern untersuchen lassen

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Die tödlichen Schüsse auf demonstrierende Minenarbeiter in Südafrika haben Konsequenzen. Präsident Zuma will Hintergründe aufklären lassen

Nach dem Blutbad an einem Bergwerk in Südafrika hat Präsident Jacob Zuma eine Untersuchung angekündigt. Bei einem Besuch der Platinmine bei Rustenburg sagte der Staatschef, er sei überzeugt, dass die Kommission die Hintergründe des Gewaltaufbruchs aufklären werde. „Wir müssen dafür sorgen, dass so etwas nie wieder geschieht“, erklärte der Staatschef. Den Angehörigen der Opfer sicherte er die Unterstützung der Behörden zu, wie aus einer Mitteilung hervorgeht, die auf der Internetseite des südafrikanischen Präsidialamtes veröffentlicht wurde.

Bei Zusammenstößen zwischen der Polizei und streikenden Arbeitern waren am Donnerstag an der Mine Makarina der Firma Lonmin 35 Menschen getötet worden. Bereits in den Tagen zuvor waren dort zehn Menschen ums Leben gekommen, als ein unangemeldeter Streik um mehr Lohn und die Rivalität zweier Gewerkschaften in Gewalt umschlugen. Zwei Polizisten wurden von Streikenden totgeschlagen und zwei Wachleute der Mine verbrannten, als die protestierenden Arbeiter deren Fahrzeug anzündeten.

Am Donnerstag war die Situation eskaliert, als die Polizei versuchte, etwa 3000 mit Macheten und Prügeln bewaffnete Arbeiter zu vertreiben. Laut Augenzeugen feuerte die Polizei Dutzende Schüsse auf die Streikenden ab. Es blieb unklar, ob die Sicherheitskräfte zuvor angegriffen worden waren.

Interne Polizeiermittler nehmen Arbeit auf

Inzwischen haben interne Polizeiermittler ihre Arbeit aufgenommen. Die Experten seien am Sonnabend in der Grube von Marikana eingetroffen, teilte die Dienstaufsichtsbehörde mit. Aufgabe der Ermittler sei es zu klären, ob der Polizeieinsatz im Verhältnis zu der Bedrohung durch die Bergarbeiter gestanden habe.

Der Ort der Ausschreitungen war am Sonnabend weiter unter Kontrolle der Polizei. Allerdings waren weitaus weniger gepanzerte Einsatzfahrzeuge im Einsatz als am Vortag, wie ein AFP-Reporter berichtete. Einige hundert Meter entfernt versammelten sich derweil Arbeiter der Mine, viele von ihnen waren mit Holzstöcken und Eisenstangen bewaffnet. Die Lage blieb zunächst ruhig. Ein Polizeihubschrauber überflog den Ort.

( epd/AFP/alu )

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