Menschenrechtsbeauftragter

Deutschland will keine Syrien-Flüchtlinge aufnehmen

Foto: REUTERS

Der Bürgerkrieg treibt Hunderttausende in die Flucht, meist in Nachbarländer. Nun wird auch über eine Aufnahme in Deutschland diskutiert.

Die Bundesregierung sieht für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien derzeit keinen Grund. Ihr Menschenrechtsbeauftragter Markus Löning (FDP) sprach sich am Montag dafür aus, den Flüchtlingen besser direkt vor Ort zu helfen - entweder in Syrien selbst oder in Nachbarländern wie dem Libanon oder Jordanien. Dort haben bereits mehrere zehntausend Menschen vor den Kämpfen Zuflucht gesucht. Ähnlich äußerten sich Sprecher von Auswärtigem Amt und Innenministerium.

Löning bezog sich vor allem auf Grünen-Chefin Claudia Roth, die am Wochenende für eine Aufnahme von Syrien-Flüchtlingen geworben hatte. Solche Forderungen seien „völlig fehl am Platze“, sagte der FDP-Politiker im Südwestrundfunk. Stattdessen solle den Flüchtlingen an ihren derzeitigen Aufenthaltsorten geholfen werden. „Die Leute wollen dort nicht weg, weil sie die Hoffnung haben, dass die Kämpfe bald vorbei sind.“

Kauder will Christen aufnehmen

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Volker Kauder, hatte sich am Wochenende dafür ausgesprochen, zumindest Flüchtlingen zu helfen, die der christlichen Minderheit angehören. Nach Angaben humanitärer Organisationen haben sich bereits Zehntausende Syrer in Nachbarländern in Sicherheit gebracht. In Syrien selbst sollen mehr als 1,5 Millionen Menschen auf der Flucht sein.

Syrien auf Platz bei Asylanträgen

In Deutschland haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nach amtlichen Angaben mehr als 1600 Syrer einen Antrag auf Asyl gestellt. Im Juni lag Syrien mit 388 neuen Anträgen auf Platz drei der Herkunftsländer von Asylbewerbern, hinter Afghanistan und dem Irak. Die Bundesregierung verwies am Montag auch darauf, dass für Soforthilfe insgesamt bereits mehr als elf Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden seien.

( dpa/epd/ap )

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