Bulgarien

Anschlag auf Touristen war Selbstmordattentat

Nach dem Anschlag auf Israelis am Flughafen von Burgas ist die Zahl der Toten auf acht gestiegen – darunter auch soll auch der Täter sein.

Der Anschlag auf einen Bus mit israelischen Touristen am Flughafen der Schwarzmeerstadt Burgas ist nach Angaben der bulgarischen Regierung von einem Selbstmordattentäter verübt worden. „Die Explosion wurde von einem Mann hervorgerufen, der bei dem Anschlag getötet wurde“, sagte Innenminister Zwetan Zwetanow am Donnerstag. Der Mann hatte demnach eine gefälschte Fahrerlaubnis aus dem US-Bundesstaat Michigan bei sich. Seine Identität sei noch nicht geklärt.

Zwetanow zufolge wurden bei dem Anschlag acht Menschen getötet – sechs Israelis, ein Bulgare und der Selbstmordattentäter. Rund 30 weitere Menschen seien verletzt worden. Der Anschlag richtete sich gegen einen Bus, der israelische Touristen nach ihrer Ankunft auf dem Flughafen von Burgas in das Terminal bringen sollte. Sie waren kurz zuvor in einer Maschine mit 151 Menschen an Bord in Burgas gelandet.

Israel macht Iran verantwortlich

In der Nacht zum Donnerstag ist ein Rettungsteam aus Israel nach Bulgarien geflogen. Der israelische Rundfunk meldete, Rettungskräfte und Militärs hätten den Auftrag, die Leichen und Verletzten zurück nach Israel zu holen.

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak sagte dem Rundfunk am Donnerstag, für den Anschlag seien Mitglieder der libanesischen Hisbollah-Miliz verantwortlich. Den Auftrag hätten sie von Israels Erzfeind Iran erhalten. In Israel werde davon ausgegangen, dass Teheran damit den jüdischen Staat von weiteren Anschlägen auf iranische Atomwissenschaftler abhalten wolle, meldete der Sender.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte bereits umgehend nach dem Bombenanschlag den Iran verantwortlich gemacht und eine entschlossene Reaktion angekündigt. Iranische Medien wiesen die Beschuldigung zurück. Netanjahus Äußerungen seien „lächerlich“, hieß es am Donnerstag in einem Kommentar auf der Website des iranischen Staatsfernsehens. Es handle sich dabei um einen Versuch, den Iran und seine Verbündeten, wie etwa Syrien, zu diskreditieren. Offizielle Vertreter der Regierung Teherans haben sich bisher nicht zu dem Anschlag geäußert.

In Israel wurden unterdessen Vorwürfe über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen auf dem Flughafen des beliebten Touristenorts im Südosten Bulgariens laut. In den vergangenen Monaten habe es dort schon mehrere Anschlagversuche gegeben.

Deutschland mahnt zur Besonnenheit

Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle (FDP) warnt nach dem Anschlag vor übereilten Schuldzuweisungen. „Es ist jetzt an der Zeit, auch verantwortungsvoll zu handeln“, sagte Westerwelle am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“. Deutschland verfüge über keine eigenen Erkenntnisse zu den möglichen Tätern. „Deswegen raten wir auch zur Zurückhaltung“, sagte Westerwelle zu möglichen Schuldzuweisungen.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU), plädierte ebenfalls für Besonnenheit. Die Hintermänner seien aus seiner Sicht noch unklar, sagte er im Deutschlandfunk.