Flughafen

Münchner stoppen den Bau der dritten Startbahn

Oberbürgermeister Ude bedauert die Entscheidung, doch das Votum ist eindeutig: Es wird keine dritte Startbahn am Münchener Flughafen geben.

Die geplante dritte Startbahn am Münchner Flughafen kann nicht gebaut werden. Die Münchner stoppten mit einem Bürgerentscheid am Sonntag das umstrittene Milliardenprojekt. Sie stimmten mit 54,3 Prozent gegen den Ausbau des Münchner Flughafens, wie die Stadt mitteilte.

Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), dessen Partei das Vorhaben unterstützt hatte, gratulierte den Gegnern zu ihrem Sieg. Das Aus für die dritte Startbahn ist eine herbe Schlappe für das Bündnis der Befürworter aus CSU, FDP, SPD und der bayerischen Wirtschaft. Gegen die Bahn hatten sich vor allem Grüne und Freie Wähler stark gemacht.

Abstimmen durften die Münchner, obwohl sie kaum vom Fluglärm betroffen sind und der Airport gar nicht in der Stadt liegt. Grund: Die Landeshauptstadt kann als Mitgesellschafter des Flughafens in der Gesellschafterversammlung für oder gegen den Bau der dritten Startbahn votieren – und muss nun wohl dagegen stimmen.

Ude warnt vor Tricksereien

Zwar ist München mit 23 Prozent kleinster Anteilseigner hinter dem Freistaat (51 Prozent) und dem Bund (26 Prozent), doch hat die Stadt ein Veto-Recht.

Münchens Oberbürgermeister Ude bedauerte unterdessen das Bürgervotum gegen die dritte Startbahn. „Es ist für die Ausbaufreunde bei Stadt, Land und Bund ein Rückschlag, daran gibt es nichts zu deuteln“, sagte er nach dem Bürgerentscheid.

Ude kündigte an, das eindeutige Ergebnis „ohne Wenn und Aber zu akzeptieren“. Die dritte Startbahn sei vom Tisch, da die Stadt nunmehr verpflichtet sei, als Mitgesellschafter des Flughafens gegen den Ausbau zu stimmen. Zugleich warnte Ude davor, den Willen der Bürgerschaft mit „Tricksereien“ zu hintergehen.

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