Eisenach

Burschenschaften beenden Treffen nach Streit vorzeitig

Bei den Burschenschaftern streiten sich Konservative und Liberale über die Haltung zum Rechtsextremismus. Es kommt zum Eklat.

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Wegen eines erbitterten Streits über den Umgang mit rechtsextremistischen Tendenzen ist der Burschentag in Eisenach vorzeitig im Streit zuende gegangen. Zuvor gab es erregte Diskussionen über eine mögliche Auflösung des Dachverbandes von mehr als 100 studentischen Verbindungen, der Deutschen Burschenschaft. Die interne Debatte solle nun auf einem außerordentlichen Burschentag Ende des Jahres weitergeführt werden, sagte Sprecher Christoph Basedow.

Parlament der Studentenverbindungen

Der Burschentag ist eine Art Parlament der Studentenverbindungen. Am Freitag hatten fünf Vorstandsmitglieder der liberalen Strömung aus Protest gegen rechtsextremistische Tendenzen im Verband ihre Ämter niedergelegt.

Zuvor hatte eine konservative Strömung die Abstimmung über ein Vorstandsmitglied, dem Rechtsextremismus vorgeworfen wird, für sich entschieden. „Damit haben große Teile des liberalen Flügels ein Problem“, sagte Burschenschaftssprecher Basedow. Er dementierte Angaben von Teilnehmern, wonach es bereits Austritte von Mitgliedsverbänden gab. „Bisher hat noch keine Burschenschaft offiziell ihren Austritt erklärt.“

Am Sonnabendnachmittag beteiligten sich einige hundert Menschen an einer Protestdemonstration gegen das Treffen, zu dem ein Bündnis gegen das Burschenschaftstreffen aufgerufen hatte. Nach Polizeiangaben nahmen 200 Menschen an der Demonstration teil, die Organisatoren sprachen von 400 Teilnehmern. Der Grund für die Demonstration sei nicht hinfällig, sagte Philipp Schmidt vom Bündnis gegen den Burschentag: Die Verbindung zwischen konservativen Burschenschaftern und Rechtsextremismus bleibe ein Problem.