Protest gegen China

Erstmals Selbstverbrennungen in Tibets Hauptstadt Lhasa

Aus Protest gegen die chinesische Tibet-Politik haben sich zwei Tibeter selbst angezündet. Es waren die ersten Selbstverbrennungen in Lhasa.

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Die Welle der Selbstverbrennungen tibetanischer Mönche hat offenbar mindestens ein weiteres Todesopfer gefordert. Der makabre Protest gegen die Herrschaft Chinas erreichte dabei erstmals die Hauptstadt der autonomen Region. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag berichtete, hatten sich zwei Männer vor dem Jokhang-Tempel in Lhasa am Vortag selbst in Brand gesetzt. Einer der beiden Männer sei ums Leben gekommen. Der andere habe verletzt überlebt und liege in stabilem Zustand im Krankenhaus.

Wenige Minuten nach dem Entzünden der Flammen wurden die Mönche von den chinesischen Behörden fortgebracht. Laut einem vom US-Senders Radio Free Asia zitierten Zeugen erschienen sofort Sicherheitskräfte, die das Feuer löschten und alle Touristen aus der Gegend verbannten. Innerhalb von 15 Minuten sei der Bereich gesäubert gewesen, und von dem Vorfall habe es keine Spur mehr gegeben.

Der bei einheimischen Tibetern wie bei Touristen beliebte Tempel sei anschließend von den Sicherheitskräften schwer bewacht worden, berichten Augezeugen. Polizisten und paramilitärische Kräfte seien in den Straßen zu sehen. Es soll auch Personenkontrollen geben.

35 Selbstverbrennungen seit 2009 bekannt geworden

In der seit 2009 andauernden Serie von Selbstverbrennungen aus Protest gegen die chinesische Herrschaft über Tibet war es das erste Mal, dass sich Tibeter direkt in der tibetischen Hauptstadt mit Benzin übergossen und angezündet haben. Es ist zugleich erst die zweite Selbstverbrennung in der Autonomen Region Tibet selbst. Bisher sind 35 Fälle bekannt geworden, in denen Tibeter sich selbst angezündet haben, um gegen die chinesische Herrschaft zu protestieren. Davon waren 34 Selbstverbrennungen in tibetischen Gebieten in chinesischen Provinzen wie Sichuan, Qinghai oder Gansu.

Die Selbstanzündungen sind ein symbolischer Protest gegen die chinesische Herrschaft. China hält Tibet seit dem Jahr 1951 besetzt und kontrolliert die autonome Region sowie die anliegenden Provinzen, in denen ebenfalls zahlreiche Tibeter leben, mit harter Hand.

Die Tibeter klagen über ihre soziale und kulturelle Marginalisierung durch die ethnischen Han-Chinesen, die systematisch in ihren Heimatregionen angesiedelt werden. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, lebt im nordindischen Dharamsala im Exil.