Syrien

UN-Sicherheitsrat verurteilt Massaker von Hula

Bei dem Massaker starben auch zahlreiche Kinder. Der Sicherheitsrat verurteilte die Tat, vermeidet aber eine direkte Schulzuweisung.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die Tötung von mehr als hundert Menschen in der syrischen Stadt Hula verurteilt und das Regime von Präsident Baschar Assad für den Angriff verantwortlich gemacht. Nach einer Dringlichkeitssitzung in New York sprach das Gremium am Sonntagabend (Ortszeit) von einer „abscheulichen Anwendung von Gewalt“, die gegen internationales Recht verstoße. Eine direkte Zuweisung der Schuld für die „Tötung von Zivilpersonen durch Schüsse aus nächster Nähe sowie durch massive physische Misshandlung“ wurde in der Mitteilung jedoch vermieden.

„Diejenigen, die für diese Gewalttaten verantwortlich sind, müssen dafür zur Rechenschaft gezogen werden“, hieß es in der von den 15 Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats einstimmig verabschiedeten Erklärung weiter. Die syrische Regierung wurde aufgefordert, sofort die Nutzung schwerer Waffen einzustellen und ihre Truppen aus bewohnten Gebieten abzuziehen. Mit dem Angriff in Hula habe das Regime gegen seine in UN-Resolutionen festgehaltene Verpflichtung zur Beendigung der Gewalt im Land verstoßen.

„Fakt ist, dass dies eine Gräueltat war, und dass sie von der syrischen Regierung begangen wurde“, sagte der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant nach der Sondersitzung in New York. Sein deutscher Kollege Peter Wittig sprach von einer deutlichen Spur des Regimes bei dem Massaker in Hula. Der russische Diplomat Alexander Pankin hingegen sagte, es sei „noch unklar, was geschehen ist, und was dabei wodurch ausgelöst wurde“.

Bei dem Massaker am Freitag waren mehr als hundert Menschen getötet worden, darunter zahlreiche Kinder. Nach Berichten von Augenzeugen, die von den UN verbreitet wurden, starben 116 Menschen, mehr als 300 wurden verwundet. Die Vertreter der Vereinten Nationen hätten in der Moschee des Ortes 85 Leichen gesehen, darunter die von 34 Kindern, hieß es am Sonntag in einem vertraulichen Brief von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon an den UN-Sicherheitsrat.

Die Tötungen hatten weltweit für Entsetzen gesorgt. Die syrische Führung unter Präsident Baschar al-Assad wies die Verantwortung indes zurück und erklärte, hinter den Taten steckten Rebellen, die mit Mörsern und Panzerabwehrraketen ausgerüstet gewesen seien.

Hinweis auf das Regime

Viele Opfer des Massakers in Syrien sind nach Angaben der UN-Beobachter durch Artillerie- und Panzergranaten ums Leben gekommen. Die Todesursache habe nicht immer sofort zweifelsfrei festgestellt werden können, heißt es weiter. Doch neben Wunden durch Schrotmunition seien auch Verletzungen durch Kanonen- und Panzergranaten gesehen worden. Auch die Schäden an Gebäuden stammten von schweren Waffen. Über Panzer und Artillerie verfügt nur das Regime.

In Syrien tobt seit etwa 14 Monaten ein Aufstand gegen die Regierung, bei der mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen sind. Ein vor sechs Wochen von der UN ausgearbeitete Plan für eine Waffenruhe hat die Gewalt nicht gestoppt.