Julia Timoschenko

Charité-Chef empfiehlt Behandlung im Ausland

Ein Team der Charité will Timoschenko in  Berlin behandeln. Charité-Chef Einhäupl hat nun Präsident Janukowitsch um ein Gespräch gebeten.

Der Vorstandsvorsitzende der Berliner Charité, Karl Max Einhäupl, hat sich abermals für eine Behandlung der ehemalige ukrainische Ministerpräsidentin, Julia Timoschenko, im Ausland ausgesprochen. In der Ukraine werde es nicht gelingen, das chronisch gewordene Problem zu behandeln, sagte Einhäupl am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Timoschenko leidet an einem Bandscheibenvorfall. In solchen Fällen ist nach Einschätzung des Chefs der Charité ein Team aus verschiedenen Spezialisten nötig.

Deshalb empfehle er die temporäre Aussetzung des Haftvollzugs. Ein solcher Schritts müsse aber für die Ukraine gesichtswahrend sein. Er habe Präsident Viktor Janukowitsch um ein Gespräch gebeten, sagte Einhäupl. Ein Ärzteteam der Berliner Charité hatte sich vergangene Woche bereit erklärt, Timoschenko in Berlin zu behandeln.

Timoschenkos blaue Flecken – Untersuchung angekündigt

Unterdessen hat die Generalstaatsanwaltschaft in der Ukraine angekündigt, sie wolle herausfinden, ob die blauen Flecken, die Julia Timoschenko während einer gewaltsamen Verlegung in ein Krankenhaus erlitten hat, tatsächlich durch das Gefängnispersonal entstanden sind. „Wir werden in den nächsten Tagen sorgfältige Untersuchungen durchführen und dann ein Ergebnis veröffentlichen“, sagte Vadim Goran, Chef der Abteilung zur Einhaltung der Gesetze bei der Generalstaatsanwaltschaft in einem Fernseh-Interview. Dazu wolle man Gefängniswärter, Krankenhauspersonal, Ärzte und andere Beteiligte befragen.

Die Fotos, die die Menschenrechtsbeauftragte der ukrainischen Regierung, Nina Karpatschowa, von Timoschenkos Körper gemacht hat, seien „keine offiziellen Beweisstücke, die von den ukrainischen Justizbehörden anerkannt werden“, sagte Goran.

Timoschenko, die an Bandscheibenproblemen leidet, verbüßt in einem Gefängnis im Osten der Ukraine eine siebenjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs. Die EU kritisiert die Inhaftierung der Ex-Regierungschefin als politisch motiviert. Timoschenko protestiert mit einem Hungerstreik gegen ihre Haftbedingungen und wirft den Behörden Misshandlung vor.

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