Berliner Justiz

Frau von "Sauerland"-Terroristen kommt vorzeitig frei

Im vergangenen März wurde die Frau des „Sauerland“-Chefs als Terrorhelferin zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Nun wird sie entlassen.

Die Frau des Anführers der islamistischen „Sauerland-Gruppe“ wird in der kommenden Woche auf Bewährung aus der Haft entlassen. Das Berliner Kammergericht entschied, dass die Reststrafe der 30-Jährigen zur Bewährung ausgesetzt wird, wie ein Sprecher der Berliner Justizbehörden am Freitag bestätigte.

Die 30-Jährige war vergangenen März als Terrorhelferin vom Kammergericht Berlin zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Ehefrau des „Sauerland“-Terroristen Fritz Gelowicz hatte die Terrororganisationen Al-Qaida, Islamische Dschihad-Union (IJU) und Deutsche Taliban Mudschahedin (DTM) unterstützt. Dem Urteil zufolge hatte sie zu Spenden aufgerufen, Geld gesammelt und mit Propagandatexten im Internet Mitglieder geworben. Während des Prozesses hatte sie sich von ihren Taten distanziert. „Ich habe mir und meiner Religion geschadet. Islam heißt Frieden und nicht Gewalt“, hatte die schwarz verhüllte Frau gesagt.

Positives Verhaltens im Strafvollzug

Das Kammergericht setzte die Reststrafe unter anderem wegen ihres positiven Verhaltens im Strafvollzug zur Bewährung aus. Ihr Anwalt Mutlu Günal sagte dem SWR, er sei froh über diese Entscheidung: „Frau Gelowicz möchte nun ein ganz normales Leben führen, sich Arbeit suchen und sich um ihren Ehemann kümmern.“

Fritz Gelowicz war im März 2010 in Düsseldorf zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte mit der „Sauerland“-Gruppe Anschläge in Deutschland geplant. Die Männer hatten in einer Ferienwohnung im Sauerland (Nordrhein-Westfalen) Sprengstoff hergestellt. Dort waren sie im September 2007 festgenommen worden. Auch Gelowicz hatte sich vom Terrorismus losgesagt. Er und seine Komplizen waren 2006 in einem Terrorcamp der IJU ausgebildet worden.

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