Beobachtermission

UN schickt Voraus-Team nach Syrien

Die Waffenruhe in Syrien ist brüchig. Syrische Truppen sollen weiter Homs beschießen. Die ersten sechs UN-Beobachter sind nun auf dem Weg.

Ungeachtet der vereinbarten Waffenruhe haben syrische Truppen nach Angaben von Aktivisten den Beschuss von Wohnvierteln in der Stadt Homs wieder aufgenommen. Etwa sechs Raketen pro Minute seien am Sonntagmorgen im Viertel Chaldijeh eingeschlagen, erklärten die Örtlichen Koordinationskomitees.

Aktivisten in Homs erklärten, auch die Viertel Bajada, Dschuret el Schajah, Karabis und Kussur seien von dem Beschuss betroffen. In den Vierteln halten sich viele Aufständische auf.

Die ersten UN-Beobachter sollen sich nun bereits am Sonntag ein Bild von der Lage in Syrien machen. Sechs Beobachter sind nach Aussage eines Sprechers des Sondergesandten Kofi Annan auf dem Weg in die syrische Hauptstadt Damaskus. Ihre Ankunft wurde für Sonntagnacht erwartet. Die UN-Beobachter seien „morgen mit blauen Helmen vor Ort“, sagte Sprecher Ahmad Fawzi am Sonntag in Genf. Die Gruppe würde schnell um bis zu 25 bis 30 weitere Personen aus der Region und andernorts aufgestockt, sagte Fawzi.

Der UN-Sicherheitsrat hatte die Entsendung von Beobachtern am Samstag gebilligt, nachdem sich auch Russland mit dem Resolutionsentwurf einverstanden erklärte. Der Sicherheitsrat machte den Weg für zunächst 30 Erkunder frei. Sollte die Gewalt in dem Land nicht enden, würden weitere Schritte geprüft. Bei dem seit 13 Monaten andauernden Volksaufstand gegen Präsident Baschar al-Assad sind nach Berechnungen der Vereinten Nationen mehr als 9000 Menschen getötet worden.

Syrische Regierung und Opposition werfen sich nun gegenseitig den Bruch der seit Donnerstag geltenden Waffenruhe vor. Nach Angaben der Opposition sind am Samstag mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen.