Frachter vor Syrien

Bundesregierung prüft Verletzung des Waffenembargos

Die Bundesregierung prüft Berichte, wonach ein deutsches Schiff mit Waffen Richtung Syrien unterwegs gewesen sein soll.

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Die Bundesregierung geht Hinweisen auf Verletzung des Waffenembargos gegen Syrien nach. „Der Sachverhalt ist der Bundesregierung bekannt“, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums zu einem Bericht von „Spiegel-Online“, demzufolge der mit Militärgerät und Munition aus dem Iran beladene deutsche Frachter „Atlantic Cruiser“ im Mittelmeer gestoppt wurde. Das Schiff gehöre einer deutschen Reederei, sei verchartert worden und fahre unter der Flagge eines Drittstaates, ergänzte die Sprecherin, die den Namen des Landes nicht nannte.

Keine Stellungnahme der Reederei

Die EU hat wegen des gewaltsamen Vorgehen von Präsident Baschar al-Assad gegen die Opposition unter anderem ein Waffenembargo gegen den Nahost-Staat verhängt. Nach Informationen des „Spiegel“ hatte die „Atlantic Cruiser“ der Reederei Bockstiegel aus Emden vor einigen Tagen im Hafen von Dschibuti von einem iranischen Schiff schweres Militärgerät und Munition für Syrien übernommen. Die Ladung habe am Freitag im syrischen Hafen Taurus gelöscht werden sollen. Als das Geschäft aufzufliegen drohte, habe der Frachter den türkischen Hafen Iskenderum anlaufen wollen, dann aber etwa 80 Kilometer südwestlich von Taurus gestoppt und sei später im Kreis gefahren.

„Wir haben das Schiff gestoppt, nachdem wir Hinweise auf die Waffenladung erhielten“, zitierte der „Spiegel“ den Schiffsmakler Torsten Lüddeke von der C.E.G. Bulk Chartering. Der Frachter sei an die Firma White Whale Shipping im ukrainischen Odessa vermietet worden. Das Unternehmen erklärte über seine Generalvertretung, das Schiff „transportiert keine gefährliche oder militärisch bedeutsame Fracht nach Syrien“. Es handele sich bei der Ladung um Produkte mit „Bezug zur Elektrik“. Diese seien in Indien aufgenommen worden, würden in Iskenderum gelöscht und dann weiter nach Syrien transportiert.

Stellungnahmen von Reederei und Maklerfirma waren zunächst nicht zu erhalten.