Nukleartechnik

Mehrere EU-Staaten fordern Subventionen für Atomkraft

Großbritannien, Frankreich, Polen und Tschechien fordern offenbar, dass die EU Nukleartechnik genauso wie Wind- und Solaranlagen fördert.

Foto: CTK

Mehrere EU-Staaten wollen einem Zeitungsbericht zufolge eine Förderung des Ausbaus der Atomkraft durch die Europäische Union durchsetzen. Großbritannien, Frankreich, Polen und Tschechien strebten eine Förderung der Atomtechnik vergleichbar mit der Förderung erneuerbarer Energien wie der Wind- und Solartechnik an, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Freitagsausgabe) unter Berufung auf Schreiben der vier Länder in Vorbereitung auf ein Treffen der europäischen Wirtschafts- und Energieminister Ende kommender Woche. Eine Förderung müsse "technologieneutral" erfolgen, heißt es demnach.

Dem Bericht zufolge könnte künftig sowohl der Bau von Atomkraftwerken als auch der Verkauf von Atomstrom selbst gefördert werden. Energiekommissar Günther Oettinger sagte der "SZ", er sei "bereit, verschiedene Optionen zu diskutieren“. Er werde sich die Position der einzelnen Mitgliedsstaaten und des Europäischen Rates anhören und zudem bis Juni noch weitere Vorschläge vorlegen, unter anderem zum Ausbau der erneuerbaren Energien.

Förderung des Baus von Atomkraftwerken

Innerhalb der Bundesregierung, die den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen hat, gibt es laut "SZ“ noch keinen Konsens darüber, ob für oder gegen die Gleichbehandlung von erneuerbarer und nuklearer Energie auf EU-Ebene gestimmt werden soll. Dies sei "intern noch nicht abgestimmt“, zitiert die "SZ“ Regierungskreise.

Wenn sich die vier Staaten durchsetzen, könnte mittelfristig sowohl der Bau von Atomkraftwerken als auch der Verkauf von Atomstrom selbst gefördert werden. Deutschland hatte dagegen nach der Fukushima-Katastrophe 2011 beschlossen, aus der Atomenergie auszusteigen.