Kräftemessen

Nordkorea soll dritten Atomtest vorbereiten

Nordkorea bereitet einen Raketenstart vor, angeblich für zivilen Zwecke. Doch daran gibt es Zweifel. Sogar China ist beunruhigt.

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Nordkorea trifft nach südkoreanischen Angaben möglicherweise Vorbereitungen für einen neuen Atomwaffentest. Auf Satellitenbildern sei zu erkennen, dass auf dem Atomtestgelände Punggye-ri im Nordosten des Landes ein Tunnel gegraben werde. Entsprechende Berichte südkoreanischer Medien bestätigte am Montag ein Regierungsbeamter in Seoul. Die Bauarbeiten seien fast abgeschlossen. Allerdings gebe es keine Anzeichen für einen kurz bevorstehenden Test. Unterdessen treibt Nordkorea die Vorbereitungen für einen umstrittenen Satellitenstart voran.

Auf dem Testgelände in Punggye-ri unternehme Nordkorea bereits seit einigen Jahren Tunnelgrabungen, sagte der Beamte in Seoul. „Es ist jedoch ein großer Unterschied zwischen der Entscheidung, einen Atomtest auszuführen, und Vorbereitungen zu treffen.“

Auf dem Gelände in der Provinz Nord-Hamkyong hatte das kommunistische Land 2006 und 2009 jeweils einen atomaren Sprengkopf gezündet, wodurch sich die Spannungen in der Region verschärft hatten. Nach dem zweiten Test hatte der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang verschärft.

Die Betankung einer mehrstufigen Rakete auf einer Abschussrampe im Westen Nordkoreas stehe unmittelbar bevor, berichtete die nationale südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Regierungskreise in Seoul. Nach Angaben Nordkoreas soll die Trägerrakete Unha-3 zwischen diesem Donnerstag und Montag nächster Woche einen Beobachtungssatelliten auf eine Erdumlaufbahn bringen. Das Regime will damit den 100. Geburtstag des als Staatsgründer verehrten Kim Il Sung am 15. April feiern.

Zweifel an zivilen Absichten

Die USA, Südkorea und Japan bezweifeln die von Nordkorea angekündigten zivilen Absichten des Vorhabens. Sie werfen dem Land vor, in Wahrheit eine Interkontinentalrakete testen zu wollen, die einen atomaren Sprengkopf tragen könnte. Den ersten beiden Atomtests in Nordkorea war jeweils der Start einer mehrstufigen Rakete in dem verarmten, aber hoch gerüsteten Land vorausgegangen.

China äußerte sich besorgt über die unabsehbaren Folgen des vom Verbündeten Nordkorea geplanten Raketenstarts. Das Regime in Pjöngjang und seine Widersacher in der Region müssten Ruhe bewahren und zum Dialog zurückfinden. Das sagte Chinas Außenminister Yang Jiechi bei einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Südkorea und Japan im ostchinesischen Ningbo, wie die chinesische Agentur Xinhua am Sonntag meldete.

Nordkorea hatte im Februar einen Stopp seiner Atomtests, der Uran-Anreicherung und der Starts von Langstreckenraketen angekündigt. Im Gegenzug sollte das verarmte und abgeschottete Land Lebensmittel erhalten. Die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der seit drei Jahren ausgesetzten Verhandlungen wurden jedoch durch Nordkoreas Ankündigung eines Raketenstarts in den kommenden Tage zunichtegemacht.