Saarland-Wahl

CDU klar vorn, Piraten im Landtag, FDP pulverisiert

Wahlsieg für Annegret Kramp-Karrenbauer an der Saar: Ihre CDU liegt deutlich vor der SPD. Piraten und Grüne sind im Landtag, die FDP nicht.

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Im Saarland zeichnet sich eine große Koalition unter der Führung der CDU mit Annegret Kramp-Karrenbauer an der Spitze ab. Nach ersten Prognosen um 18 Uhr liegt die CDU bei rund 35 Prozent und damit etwa vier bis fünf Punkte vor der SPD.

Drittstärkste Kraft im Land ist wieder die Linke mit ihrem Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine, die zwischen 15 und 17 Prozent lag – aber im Vergleich zur Wahl 2009 (21,3 Prozent) doch deutlich einbüßte.

Die Piraten und die Grünen erreichten in den ersten Prognosen zwischen fünf und sechs Prozent. Für die jungen Piraten ist das ein respektables Ergebnis bei ihrer Premiere im Saarland.

Die FDP pendelte 1,5 Prozent und hatte damit keine Chance auf einen Einzug in das Landesparlament.

Niedrige Wahlbeteiligung

Bis zum Nachmittag hatte sich eine niedrige Wahlbeteiligung abgezeichnet. Um 14.00 Uhr lag sie in den drei Wahlkreisen bei 31,1 Prozent, wie die Landeswahlleitung mitteilte. Bei der vergangenen Wahl im Jahr 2009 wurden zur gleichen Zeit 36,7 Prozent verzeichnet.

In Saarbrücken lag die Wahlbeteiligung gegen 16.00 Uhr bei 39,7 Prozent. 2009 waren es zum gleichen Zeitpunkt 43,6 Prozent gewesen. Eine Sprecherin des Wahlamts der Stadt führte die niedrigere Wahlbeteiligung unter anderem auf das schöne Wetter zurück – im Saarland herrschte strahlender Sonnenschein mit frühlingshaften Temperaturen.

Nach den ersten Prognosen wäre die bisher amtierende Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer von der CDU auch die neue Regierungschefin in Saarbrücken. Die 49-Jährige dreifache Mutter gilt als nüchterne, uneitle Politikerin, die zuhören kann und ein offenes Ohr für Argumente hat, auch wenn sie nicht mit der Parteilinie übereinstimmen.

Sie setzt sich für Mindestlöhne ein oder zeigt sich offen für einen höheren Spitzensteuersatz. „AKK“, wie sie im Saarland genannt wird, bezeichnet sich gerne als „unaufgeregte Konservative“.

Seit zwölf Jahren sitzt Kramp-Karrenbauer am Kabinettstisch. Ihr politischer Ziehvater Peter Müller (CDU) machte sie 2000 zur Ministerin. Als erste Frau leitete sie das Innenressort eines Bundeslandes, danach war sie Bildungs- und Kulturministerin, später Sozialministerin.

SPD-Spitzenkandidat gegen Rot-Rot

Für den SPD-Spitzenkandidaten Heiko Maas, der in den Umfragen der vergangenen Wochen teilweise gleichauf mit der CDU gelegen hatte, bliebe dann nur ein Ministerposten.

Eine rot-rote Koalition hatte Maas im Vorfeld immer ausgeschlossen. Das Verhältnis zu seinem einstigen Förderer Lafontaine, der früher SPD-Chef und Ministerpräsident an der Saar war, ist sehr gespannt.

Maas hatte im Wahlkampf mit besonders markigen Worten Rot-Rot ausgeschlossen. Er habe zu oft die Erfahrung gemacht: „Wer sich auf Lafontaine verlässt, ist verlassen.“

Rund 800.000 Bürger konnten über die künftige Zusammensetzung des Landtags abstimmen. Insgesamt elf Parteien standen. Sie war nötig geworden, nachdem Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) die sogenannte Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen Anfang Januar vorzeitig aufgekündigt hatte.