Landesparteitag

Hartmut Semken neuer Chef der Berliner Piraten

Hartmut Semken ist neuer Vorsitzender der Berliner Piraten. Auf einem Landesparteitag wurde der Diplomingenieur am Sonnabend zum Nachfolger des bisherigen Vorsitzenden Gerhard Anger gewählt. Anger hatte zuvor überraschend seinen Rücktritt erklärt.

Foto: dpa / dpa/DPA

Hartmut Semken ist neuer Vorsitzender der Berliner Piraten. Auf einem Landesparteitag wurde der Diplomingenieur am Sonnabend zum Nachfolger des bisherigen Vorsitzenden Gerhard Anger gewählt. Der 45-jährige Semken setze sich mit 53,3 Prozent der Stimmen klar gegen die drei Mitbewerber Katja Dathe, Malte Jan Kaffenberger und Lasse Kosiol durch.

Der bisherige Vorsitzende Anger hatte zum Auftakt des Parteitags überraschend seinen Rückzug erklärt. Als Grund nannte der 36-Jährige den immensen Druck und die hohen Erwartungen, mit dem man in einem politischen Spitzenamt konfrontiert sei. „Ich ertrage diese emotionale Belastung nicht“, sagte Anger. Deshalb kandidiere er nicht für eine weitere Amtszeit.

Anger, Geschäftsführer einer IT-Firma, war seit Anfang 2011 Vorsitzender der Berliner Piraten und führte den Landesverband in die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus. Dort erzielten die Piraten im September ein Ergebnis von 8,9 Prozent und zogen erstmals in ein deutsches Landesparlament ein.

Bis vor drei Jahren war Hartmut Semken nach eigenen Worten noch „total unpolitisch“: Der neue Vorsitzende der Berliner Piraten kam 2009 zu den Neulingen. Seitdem engagierte sich Semken vor allem im Schiedsgericht der Partei – auch als Landesvorsitzender will er künftig als Mediator agieren. Der 45-Jährige wirkt eloquent und zwischen den bunten Hauptstadt-Piraten mit weißem Hemd und schwarzen Lederschuhen sehr adrett.

Semken hat seine Wurzeln auf dem Lande. Er wurde 1967 in Bremervörde in Niedersachsen geboren und wuchs auf einem Bauernhof im Teufelsmoor auf. Als er acht Jahre alt war, zog die Familie in die Großstadt Berlin. Dort ging Semken auf ein kirchliches Gymnasium und studierte anschließend er Technische Informatik. Später baute er einen Internet-Dienstleister mit auf.

Erst Ende Januar hatte die Piraten-Politkerin Marina Weisband ihren Rückzug aus dem Bundesvorstand angekündigt. Auch sie nannte die hohe physische Belastung ihrer Parteiarbeit sowie ihr Studium als Grund.

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