Urteil

Unterhosenbomber muss lebenslang hinter Gitter

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Weihnachten 2009 wollte der Nigerianer Abdulmutallab ein Passagierflugzeug über den USA in die Luft sprengen. Im Prozess zeigte er keine Reue. Das Gericht verhängte nun eine mehrfach lebenslängliche Haftstrafe.

Der sogenannte Unterhosenbomber, der Weihnachten 2009 ein Passagierflugzeug über der US-Stadt Detroit in die Luft sprengen wollte, muss lebenslang hinter Gitter. Das Gericht in Detroit verurteilte am Donnerstag den Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab wegen hundertfachen versuchten Mordes. Abdulmutallab hatte sich schuldig bekannt. Vor der Verkündung des Strafmaßes sagte der 25-Jährige, er sei „stolz, im Namen Gottes zu töten“.

Das Gericht verhängte formell eine mehrfach lebenslängliche Haftstrafe. Es begründete das Strafmaß mit der Tatsache, dass er seine vermeintlich „göttlich inspirierte Mission“ in keiner Weise bereue. Der in einem weiten weißen T-Shirt gekleidete Nigerianer zeigte keine Regung.

Der damals 24-jährige Abdulmutallab hatte am Weihnachtstag 2009 auf einem Flug von Amsterdam nach Detroit kurz vor der Landung einen Sprengstoff gezündet, den er in seiner Unterhose ins Flugzeug geschmuggelt hatte. In der Maschine befanden sich 289 Menschen. Die Zündung schlug aber fehl. Es entstand zwar ein Feuer, der Sprengstoff explodierte aber nicht wie geplant. Zudem überwältigten mutige Passagiere den Nigerianer. Eine Katastrophe wurde verhindert.

Abdulmutallab stand mit dem radikalen muslimischen Prediger Anwar al-Aulaqi in Kontakt, der als führender Kopf des Terrornetzwerks Al-Qaida auf der arabischen Halbinsel galt, bis er im September bei einem mutmaßlichem US-Drohnenangriff im Jemen getötet wurde.

Dem Gericht hatte der Nigerianer gesagt, er sei zwar nach US-Recht schuldig. Nach islamischem Recht treffe ihn aber keine Schuld. Gegen die USA in einen heiligen Krieg zu ziehen, sei eine tugendhafte Handlung für einen Muslim. Am Donnerstag erklärte der junge Mann im Gerichtssaal erneut, er habe das Werk Gottes gegen die „Unterdrücker“ von Muslimen ausführen wollen. Außerdem beharrte Abdulmutallab darauf, dass al-Aulaqi und der im Mai getötete Al-Qaida-Chef Osama bin Laden noch am Leben seien.

Staatsanwältin Barbara McQuade sagte nun, das Urteil sende die Botschaft, dass „Amerika von Al-Qaida nicht besiegt wird“. US-Justizminister Eric Holder begrüßte das Strafmaß und nannte Abdulmutallab „einen reuelosen Terroristen, der es als seine Pflicht begreift, Amerikaner zu töten“.

( AFP/dpa/ap )

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