US-Wahlkampf

Republikaner Romney legt Steuererklärung offen

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Nach seiner Niederlage in South Carolina und dem Druck seiner Gegner hat US-Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney seine Finanzen offengelegt. Der Ton im Wahlkampf wird immer rauer.

Nach heftiger Kritik von seinen Rivalen hat der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney einem Zeitungsbericht zufolge seine Steuererklärung veröffentlicht.

Wie die „Washington Post“ berichtete, stellte der Republikaner dem Blatt Informationen über seine Einkünfte aus den vergangenen beiden Jahren zur Verfügung.

Demnach nahm er 2010 insgesamt 21,7 Millionen Dollar (knapp 16,7 Millionen Euro) ein, bezahlte dafür aber nur 13,9 Prozent Steuern. Im vergangenen Jahr betrug sein Einkommen 20,9 Millionen Dollar – bei erwarteten Steuerabgaben in Höhe von 15,4 Prozent.

Sieben Millionen Dollar gespendet

Gleichzeitig spendete die Familie Romney den Angaben zufolge seit 2010 sieben Millionen Dollar für wohltätige Zwecke, vor allem an die Mormonenkirche . Der Multimillionär zahlt damit deutlich weniger Steuern als sein Kontrahent bei den Republikanern, Newt Gingrich, und als der amtierende Präsident Barack Obama.

"Ich zahle alle Steuern, die gesetzlich gefordert sind, und keinen Dollar mehr“, sagte Romney bei einem Wahlkampfauftritt in Florida. Die nun veröffentlichten Zahlen zeigen, dass der Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur bezüglich der Höhe seiner Steuern zu dem einen Prozent der Spitzenzahler Vereinigten Staaten zählt.

Er war wegen seiner früheren Investmenttätigkeiten in den vergangenen Tagen unter Druck geraten. Seine Rivalen hatten ihm zudem vorgeworfen, sich als Chef der Firma Bain Capital an Firmen bereichert zu haben. Romney argumentiert hingegen, in seiner Funktion zehntausende Jobs geschaffen zu haben.

Romneys Gesamtvermögen wird auf 170 Millionen bis 250 Millionen Dollar (130 Millionen bis 195 Millionen Euro) geschätzt. Ein Teil davon soll in Investitionen stecken, die auf den Cayman-Inseln angesiedelt sind – einer Steueroase, die von vielen Reichen genutzt wird, um Kapital vor den US-Behörden zu verbergen.

Romney hatte mit Bezug auf die amtliche Erklärungsfrist in Aussicht gestellt, seine Steuern im April offenzulegen, zog dies aber nun offensichtlich vor. Zuletzt waren im US-Bundesstaat South Carolina Vorwahlen abgehalten worden, die der Ex-Chef des Repräsentantenhauses, Gingrich, klar gewonnen hatte . Damit ist das Rennen um die Präsidentschaftsbewerbung der Republikaner wieder offen.

Republikaner-Rennen wird rauer

Der Ton im Kampf um die Kandidatur wird immer rauer: Eine gute Woche vor der wichtigen Vorwahl in Florida lieferten sich Romney und Gingrich bei einer Fernsehdebatte am Montagabend einen heftigen Schlagabtausch. Multimillionär Romney ging gegen den früheren Parlamentspräsidenten massiv in die Offensive und warf ihm vor, er habe sein Amt „in Schande“ aufgeben müssen und jahrelang als Lobbyist in Washington die Fäden gezogen.

Gingrich hielt seinem Rivalen im Gegenzug vor, mit seinen Angriffen „die schlimmste Art von trivialer Politik“ zu betreiben. „Ich werde den Abend nicht damit verbringen, hinter Romneys Falschinformationen herzurennen“, sagte Gingrich bei der TV-Diskussion in Tampa.

Ein von der Polit-Webseite realclearpolitics.com ermittelter Durchschnitt jüngster Umfragen sieht Romney bei knapp 30 Prozent, Gingrich bei 23 Prozent. Bei der Wahl in Florida liegen beide praktisch gleichauf.

1,6 Millionen Dollar als Lobbyist eingestrichen

Romney warf seinem schärfsten Konkurrenten in Tampa zudem vor, vom inzwischen verstaatlichten Hypothekenfinanzierer Freddie Mac als Lobbyist 1,6 Millionen Dollar an Honoraren eingestrichen zu haben.

Freddie Mac spielte bei Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes eine zentrale Rolle. Gingrich wies den Vorwurf zurück und bestand darauf, er sei für seine Beratungstätigkeit als Historiker bezahlt worden.

( AFP/dpa/dapd/mcz )