Piratenpartei

Piratin Marina Weisband tritt nicht mehr an

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Foto: Getty Images / Getty Images/Getty

Für viele ist sie das Gesicht der Piratenpartei – jetzt aber will Marina Weisband erst einmal eine Pause einlegen und nicht mehr für ihr Parteiamt kandidieren. Sie sei gesundheitlich angeschlagen und wolle sich auf den Abschluss ihres Psychologiestudiums konzentrieren.

Piratin Marina Weisband tritt kürzer: Die Politische Geschäftsführerin der Piratenpartei erklärte am Mittwoch ihren Verzicht auf eine zweite Amtszeit. Sie habe diese Entscheidung aus gesundheitlichen Gründen getroffen. Außerdem wolle sie jetzt zunächst ihr Studium abschließen, sagte die 24-Jährige. „Ich werde auf jeden Fall weiter in der Piratenpartei aktiv bleiben und meine eigenen Themen vorantreiben.“

Weisband erklärte auf einer Seite des Bundesvorstandes der Piratenpartei: „Der Grund ist, dass ich es in letzter Zeit gesundheitlich nicht schaffe, euch ein so zuverlässiger Bundesvorstand zu sein, wie ihr es verdient. Ich muss neben der Parteiarbeit ja auch mein Diplom stemmen. Das ist für eine Person zu viel.“

Sie wolle sich nicht „auf die gefährliche Schiene des Berufspolitikers begeben“, so Weisband. „Diese Menschen tun alles, um in der Politik zu bleiben und genau deshalb haben wir Korruption. Sie wolle den Traum, Psychologin zu werden, nicht aufgeben.

Der Bundesvorsitzende Sebastian Nerz erklärte, dass er auf dem Parteitag im April erneut für den Vorstand kandidieren werde. Nerz sagte, er wolle ebenso wie sein Stellvertreter Bernd Schlömer sowohl für das Amt des Vorsitzenden als auch für das des Stellvertretenden Vorsitzenden antreten. „Das ist aber ganz explizit keine Kampfkandidatur.“

Der Partei solle so die Möglichkeit gegeben werden, „die etwas unterschiedlichen Schwerpunkte, die Bernd und ich setzen, zu bewerten und selbst zu entscheiden“.

Weisband erklärte, sie habe ihre Entscheidung nun zusammen mit den anderen Mitgliedern des Bundesvorstands bekanntgeben wollen. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass sich bis zum Parteitag im April noch etwas an ihrem Beschluss ändern werde, fügte die Psychologiestudentin hinzu, die zurzeit an einer Diplomarbeit über die Werte ukrainischer Kinder schreibt. „Ich denke, es ist verantwortungsvoller, wenn ich langfristiger an meine Zukunft denke“, sagte Weisband. „Dafür brauche ich einen Studienabschluss.“

Die Piratenpartei kommt am 28. und 29. April in Neumünster in Schleswig-Holstein zu ihrem Parteitag zusammen, eine Woche vor der Landtagswahl in diesem Bundesland. Dabei steht die jährliche Neuwahl des Vorstands an. Stimmberechtigt sind alle Mitglieder, die zur Versammlung erscheinen, ein Delegiertensystem wie bei anderen Parteien gibt es bei den Piraten nicht.

Nach ihrem Erfolg bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin im September 2011 hat die mit Internet-Themen groß gewordene Partei einen massiven Zuwachs registriert, zurzeit haben die Piraten nach eigenen Angaben 20.500 Mitglieder.

( dpa/bee )

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