Wahl-Umfrage

Wulff-Krise schadet der CDU nicht

Trotz der Kritik an Bundespräsident Christian Wulff hat die Union in der Wählergunst leicht zugelegt. Sie kletterte laut Forsa-Wahltrend um einen Punkt auf 36 Prozent. Die SPD verliert zum zweiten Mal in Folge.

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Die SPD kann aus der Kreditaffäre um Bundespräsident Christian Wulff einer Umfrage zufolge kein Kapital schlagen: In der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung es Meinungsforschungsinstituts Forsa für das Magazin „stern“ und den Sender RTL verlieren die Sozialdemokraten zum zweiten Mal in Folge einen Punkt auf nun 26 Prozent. Die Union klettert dagegen im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 36 Prozent, ihren besten Wert seit Mitte November 2011. Die Grünen verbessern sich um zwei Punkte auf 16 Prozent. Die FDP sackt um einen Punkt auf zwei Prozent ab. Mit zusammen 38 Prozent liegt die schwarz-gelbe Koalition damit vier Punkte hinter Rot-Grün.

Auf „sonstige Parteien“ entfallen fünf Prozent der Stimmen. Für den Wahltrend wurden 2.501 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 2. bis 6. Januar 2012 befragt.

Der Bundespräsident werde in der Bevölkerung als das von allen akzeptierte Staatsoberhaupt gesehen, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner in der am Donnerstag erscheinenden neuen Ausgabe des „stern“. Deshalb wirke sich die Wulff-Affäre nicht auf die Werte der Union aus. „Unser Grundgesetz will ja ausdrücklich einen überparteilichen Präsidenten. Das haben die Menschen verinnerlicht.“ Auch das Ansehen der Kanzlerin habe nicht gelitten. „Die Menschen machen Merkel keine Vorwürfe. Sie beurteilen rein das Verhalten des Präsidenten.“ Auch Horst Köhlers Rücktritt sei Merkel nicht angelastet worden.

Wulff steht wegen eines Hauskredits von 500.000 Euro der Unternehmergattin Edith Geerkens, eines günstigen Nachfolgekredits bei der BW-Bank, Gratisurlauben bei Unternehmerfreunden sowie der versuchten Einflussnahme auf Medienberichte zur Kreditaffäre in der Kritik.

Große Zustimmung findet die SPD der Umfrage zufolge in der Bevölkerung mit ihrer Forderung, die Rente mit 67 so lange auszusetzen, bis es genügend Arbeitsplätze für ältere Erwerbstätige gebe. Fast zwei Drittel der Deutschen stützten diese Position.