"Auszeit"

Der Elysee-Palast entgeht Eric Cantonas Kung-Fu

Frankreichs Banker atmen auf: Der ehemalige Fußball-Flegel Cantona zieht seine Kandidatur als französischer Präsident zurück – schade eigentlich.

Das Lebensmotto des einstigen Fußball-Flegels Eric Cantona lautet: „Die Verrückten haben der Welt mehr gebracht als die Vernünftigen.“ Dieser Haltung verlieh er zu aktiven Zeiten in Form von Karate-Kicks und Kopfnüssen Nachdruck. Später forderte er die Menschen weltweit dazu auf, an einem bestimmten Tag all ihr Geld von den Banken abzuheben , um das „korrupte Finanzsystem mit deren eigenen Mitteln zu bekämpfen“.

Das Finanzsystem hat den Tag überlebt, weil nur ein paar Leutchen Cantonas Aufruf folgten. Doch der lässt sich davon nicht entmutigen. Ab Sommer wolle er sich als französischer Präsident aufstellen lassen, hieß es gestern früh .

Mit Kung-Fu-Tritten und Faustschlägen

Cantona im Elysee-Palast – das wäre in etwa so, als würde Hulk Hogan der nächste US-Präsident werden oder Jean-Claude van Damme Premierminister von Belgien. Klimawandel und Bankenkrise würden fortan nicht mehr in Konferenzen und Kommissionen bekämpft, sondern mit Kung-Fu-Tritten und Faustschlägen.

Doch die Freunde des Spektakulären wurden schnell enttäuscht. Am Nachmittag wurde bekannt, dass die vermeintliche Kandidatur nur ein PR-Gag einer Obdachlosen-Stiftung war, und Cantona „definitiv nicht kandidiere“. Eine traurige Nachricht für alle Wähler, die schon von Politikern mit Heldenstatus geträumt hatten. Und eine gute Nachricht für alle Banker, die nun weiter unbehelligt ihr Unwesen treiben können.

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