Ägypten

Todesstrafe für Mubarak gefordert

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Foto: dpa

Im Prozess gegen den ehemaligen ägyptischen Machthaber Hosni Mubarak hat die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe für den 84-Jährigen gefordert. Er habe auf die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz schießen lassen.

Die ägyptische Staatsanwaltschaft hat die Todesstrafe für den früheren Präsidenten Hosni Mubarak sowie für dessen einstigen Sicherheitschef gefordert. Das meldete der Nachrichtensender Al-Arabija am Donnerstag.

In dem Prozess in Kairo ist der 84-Jährige wegen Mittäterschaft bei der Tötung von mehr als 800 Demonstranten auf dem Tahrir-Platz im vergangenen Frühjahr angeklagt.

Der Staatsanwaltschaft hatte zuvor erklärt, Mubarak habe es in der Hand gehabt, die Tötung der Demonstranten bei den Massenprotesten im vergangenen Januar und Februar zu stoppen. Dies habe er jedoch nicht getan, weil er von der Gewalt profitiert habe. Laut Gesetz stehe auf Mord die Todesstrafe, sagte Ankläger Mustafa Suleiman in seinem Plädoyer. Mubarak habe nichts unternommen, um die Gewalt zu stoppen, über die er informiert gewesen sei, sagte er.

Mubaraks früherer Sicherheitschef und Mitangeklagter Habib el Adli habe auf Anordnung des Machthabers den Einsatz von scharfer Munition gegen Demonstranten genehmigt. Mitangeklagt sind sechs weitere Polizeioffiziere. Auch ihnen droht unter Umständen die Todesstrafe. Die Angeklagten plädieren auf nicht schuldig.

"Die Angeklagten waren nicht am Tatort. Dennoch, sie haben ihre Macht ausgenutzt, um die eigentlichen Täter anzustiften“, sagte Suleiman. Im Gerichtssaal wurden Videos von den Anti-Mubarak-Protesten im Januar letzten Jahres gezeigt. Auf den Bildern war zu sehen, wie Polizisten vom Dach des Innenministeriums aus auf Demonstranten nahe des Tahrir-Platzes schossen. „Es war wie ein militärisches Gefecht“, sagte Suleiman unter Applaus der Angehörigen der Opfer und ihrer Anwälte.

Mubarak und seinen Söhnen Alaa und Gamal wird auch Korruption und die Verschwendung öffentlicher Gelder vorgeworfen.

Mit dem Urteil gegen Mubarak und seine beiden Söhne Alaa und Gamal wird in spätestens einem Monat gerechnet. Mubarak war vom Militär am 11. Februar 2011 nach Massenprotesten abgesetzt worden.

( dpa/AFP/mim )

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