Umfrage

Die Deutschen blicken optimistisch ins neue Jahr

Die Deutschen lassen sich trotz Euro-Turbolenzen die Stimmung nicht vermasseln. Jeder Zweite geht dem neuen Jahr mit Hoffnungen entgegen. Skeptiker sind in der Minderheit, was Umfage-Experten verblüfft.

Foto: Sven Lambert

Weder die Euro-Krise noch die unsichere globale Konjunktur können die Stimmung der Deutschen bislang nachhaltig trüben: 49 Prozent der Bevölkerung blicken dem neuen Jahr mit Hoffnungen entgegen. Dies geht aus einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Demnach haben nur 17 Prozent Befürchtungen geäußert; 26 Prozent seien skeptisch. Das Institut nannte das Ergebnis der Umfrage „beachtlich“.

„Eine Erklärung für die gute Stimmung liegt sicherlich darin, dass das alltägliche Leben der Bürger von den globalen Risiken bislang weitgehend abgeschirmt bleibt“, teilte das Institut mit. Die Arbeitslosigkeit liege auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung, die wirtschaftliche Situation der Bevölkerung insgesamt hat sich in den zurückliegenden Jahren stabil bis positiv entwickelt. Zwar nahm der Optimismus im Vergleich zum Vorjahr leicht ab – 2010 waren noch 56Prozent zuversichtlich eingestellt. Dennoch sei der aktuelle Wert „als hoch zu bewerten“.

Die Stimmungslage am Jahresende war nach Angaben des Instituts in der Vergangenheit häufig ein zuverlässiger Indikator für die Konjunktur im folgenden Jahr. Deshalb sei 2012 „von einer soliden Konjunkturentwicklung auszugehen“.

Allerdings zeigt die Umfrage je nach Alters- und Einkommensgruppe deutliche Unterschiede: 72 Prozent der 16- bis 29-Jährigen gehen hoffnungsvoll ins neue Jahr. Bei den über 60-Jährigen dagegen trifft dies nur auf jeden Dritten zu. In den unteren Einkommensklassen überwiegen mit 51 Prozent Skepsis und Befürchtungen, während bei den Besserverdienern 55 Prozent zuversichtlich sind.

Das Institut für Demoskopie befragt die Bundesbürger seit 1949 jeden Dezember nach ihrer Stimmung hinsichtlich des kommenden Jahres. Allensbach fragt dabei: „Sehen Sie dem neuen Jahr mit Hoffnungen oder Befürchtungen entgegen?“ Diesmal wurden bundesweit 1828 Menschen über 16 Jahre befragt. Oliver Bruttel, Projektleiter am Institut für Demoskopie, nannte das Ergebnis der Studie „angesichts der vielen Unsicherheiten in Bezug auf die Schuldenkrise in der Euro-Zone und die weitere konjunkturelle Entwicklung beachtlich“.

Die Ergebnisse der Langzeitbetrachtung bilden ein Stimmungsbarometer der Bundesrepublik. Dem Institut zufolge waren die Deutschen in 36 der 63 Jahre seit 1949 positiv gestimmt. Das trifft vor allem auf die 50er-, 60er- und 70er-Jahre zu. Dagegen verschlechterte sich die Stimmung seit der Wiedervereinigung. Nur in acht Jahren seit 1990 sahen die Deutschen positiv gestimmt in die Zukunft, seit 2000 seien es sogar nur drei Jahre (2000, 2007 und 2010) gewesen, in denen Menschen dem neuen Jahr mit Hoffnungen entgegengesehen hatten.