Studie

Mehr Jugendliche nach Komasaufen in Klinik

Übermäßiger Alkohol- und Cannabiskonsum hat so viele junge Menschen wie nie zuvor in Kliniken gebracht. Insgesamt wurden in diesem Jahr 45.086 berauschte Patienten in Krankenhäusern behandelt – zumeist nach exzessivem Komasaufen.

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Nach Trinkgelagen und Kifferrunden sind im vergangenen Jahr so viele junge Menschen in Kliniken gebracht worden wie nie zuvor. 45.086 berauschte Patienten zwischen 15 und 24 Jahren wurden 2010 in deutschen Krankenhäusern behandelt, wie die Techniker Krankenkasse am Donnerstag unter Berufung auf Daten des Statistischen Bundesamtes mitteilte. Zehn Jahre zuvor hatte diese Zahl bei 19.135 gelegen, war also nicht einmal halb so hoch.

Der Statistik zufolge kamen im vergangenen Jahr 40.060 Patienten zwischen 15 und 24 Jahren nach übermäßigem Alkoholkonsum in Krankenhäuser. Etwa zwei Drittel waren Männer. Nur bei knapp jedem zehnten Alkoholpatienten gingen die Ärzte von einer Abhängigkeit aus. Hinter etwa vier von fünf Fällen steckten Vergiftungen nach sogenanntem Komasaufen.

Kiffer mehrheitlich männlich und abhängig

5026 Menschen dieser Altersgruppe wurden in Kliniken behandelt, nachdem sie Cannabis konsumiert hatten. Kiffen ist offensichtlich eine Männerdomäne: Vier von fünf der Patienten waren männlich. Bei rund 3000 oder 60 Prozent gingen die Ärzte davon aus, dass die Konsumenten abhängig sind. Bei 592 Personen stellten sie Entzugssyndrome fest und bei 415 kam es durch den Drogenkonsum zu psychotischen Störungen.

Insgesamt verzeichnet die Statistik für das vergangene Jahr 333.357 Patienten aller Altersklassen nach starkem Alkoholkonsum, im Jahr zuvor waren es mit 339.092 etwas mehr. Vor zehn Jahren verzeichneten die Statistiker mit 278.650 aber deutlich weniger Betrunkene in Not.

8.145 Menschen jeden Alters waren 2010 nach Cannabiskonsum in den Kliniken, ein Jahr zuvor waren es 7.251 und vor zehn Jahren lediglich 3.392 gewesen.