Studie

Polen sind die häufigsten Existenzgründer

Im Jahr 2009 erfolgten rund 130.000 Existenzgründungen von Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Das ist das Ergebnis einer Studie, die vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegeben worden war. Existenzgründer kommen vor allem aus osteuropäischen Staaten.

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In Deutschland gründen immer mehr Menschen mit ausländischen Wurzeln ein eigenes Unternehmen. Im Jahr 2009 erfolgten rund 130.000 Existenzgründungen von Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft, wie aus einer am Donnerstag bekannt gewordenen Studie der Beraterfirma Evers & Jung für das Bundeswirtschaftsministerium hervorgeht. Dies entspreche einem Anstieg von 25 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005.

Der Anteil an allen Existenzgründungen in Deutschland lag der Studie zufolge im Jahr 2009 bei 30 Prozent. Die Herkunft der ausländischen Existenzgründer veränderte sich dabei in den vergangenen Jahren: Der Anteil der Existenzgründer aus früheren Gastarbeiterländern wie Italien oder der Türkei ging von 29 Prozent im Jahr 2005 auf 21 Prozent zurück. Die größten Zuwächse verzeichneten dagegen die osteuropäischen Staaten.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) zeigte sich erfreut über die Entwicklung. „Unternehmensgründungen sind ein Lebenselixier für die deutsche Wirtschaft“, sagte Rösler der „Süddeutschen Zeitung“. Es sei ein gutes Zeichen für den Wirtschaftsstandort Deutschland, wenn mehr Gründer mit ausländischen Wurzeln hierzulande den Schritt in die Selbstständigkeit wagten. „Das sorgt für neuen Schwung“, sagte der Minister.

In der Studie werden die Polen als „mit Abstand am gründungsaffinsten“ beschrieben. „Bezogen auf ihren Anteil an allen Erwerbspersonen versuchten sie sich 15-mal häufiger mit der Selbstständigkeit als Deutsche“, so die Forscher.

Auch die Branchen, in denen die ausländischen Existenzgründer tätig sind, änderten sich langsam. Immer mehr suchten ihre Chance als Dienstleister. Die „klassischen Migrantenbranchen Handel und Gastronomie“ verlören zunehmend an Bedeutung, heißt es in der Untersuchung. In der geringen Finanzausstattung der ausländischen Neu-Unternehmer sehen die Forscher ein besonders starkes „Risiko für die Nachhaltigkeit dieser Gründungen“. Zudem sei das Qualifikationsniveau vieler Gründer nicht ausreichend, vor allem, wenn sie vorher arbeitslos waren. Dies führe zu einer hohen Fluktuation bei den Existenzgründungen.