Syrien

Bombenanschläge erschüttern Damaskus

Bei einem Doppelanschlag auf Gebäude von Sicherheitsbehörden in Damaskus sind nach syrischen Regierungsangaben 40 Menschen getötet und 100 verletzt worden. Laut staatlicher Nachrichtenagentur soll es sich um einen Angriff der Terrororganisation Al-Kaida handeln.

Foto: AFP

Bei einem Doppelanschlag auf zwei Gebäude der Sicherheitsbehörden in Damaskus sind laut Regierungsangaben 40 Menschen getötet und rund hundert verletzt worden. „Die meisten Opfer waren Zivilisten“, hieß es am Freitag in einem Bericht des syrischen Staatsfernsehens.

Bei den Angriffen soll es sich um Terrorattacken mit Autobomben gehandelt haben. Der staatlichen Nachrichtenagentur zufolge deuteten erste Hinweise auf einen Angriff der radikalen Al-Kaida-Organisation hin. Zwei Selbstmordattentäter hätten ihre Fahrzeuge vor Gebäuden der Sicherheitskräfte und des Geheimdienstes in die Luft gesprengt, hieß es.

Ein Zeuge sagte, in Damaskus seien zwei laute Explosionen zu hören gewesen. Eine syrische Menschenrechtsgruppe berichtete unter Berufung auf weitere Zeugen von schwerem Maschinengewehrfeuer nach den Explosionen. Sicherheitskräfte hätten alle Zufahrtsstraßen zu dem Stadtgebiet abgeriegelt. Mehrere Personen seien festgenommen worden.

Eine unabhängige Überprüfung von Berichten aus Syrien ist gegenwärtig kaum möglich, da die meisten ausländischen Journalisten des Landes verwiesen wurden.

Auch außerhalb der Hauptstadt Damaskus ging die Gewalt am Freitag weiter. Nach Angaben von Menschenrechtsbeobachtern wurden bei neuen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Deserteuren mindestens sechs Menschen getötet. Beide Seiten hätten sich unter anderem heftige Gefechte in der Provinz Idlib an der Grenze zur Türkei geliefert.

Seit Monaten halten in Syrien Massenproteste gegen die Regierung an, in der Hauptstadt blieb es dabei vergleichsweise ruhig. Nach Angaben der Vereinten Nationen kamen bei den Protesten etwa 5000 Menschen ums Leben gekommen. Seit Donnerstag halten sich in Syrien erste Beobachter der Arabischen Liga zur Untersuchung der Gewalt auf.