Bundesprsäident

Christian Wulff entschuldigt sich - und bleibt

Bundespräsident Wulff hat sein Schweigen gebrochen und sich für seinen bisherigen Umgang mit der Kreditaffäre entschuldigt. Wulff betonte aber zugleich, er wolle sein Amt weiterhin fortführen.

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Bundespräsident Christian Wulff hat sich für seinen bisherigen Umgang mit der Kreditaffäre entschuldigt. Wulff sagte am Donnerstag im Berliner Schloss Bellevue, er bedauere die entstandenen Irritationen. Er nehme alle Vorwürfe sehr ernst. Alle Auskünfte seien erteilt worden, sagte Wulff. Auch seine Ferienaufenthalte bei Freunden habe er offengelegt. Er habe über 250 Einzelfragen jeder Art beantwortet.

Wulff erklärte, private Freundschaften hätten seine Amtsführung nicht beeinflusst. „Dafür stehe ich.“ Das Staatsoberhaupt sagte, er hätte Details über den umstrittenen Privatkredit für sein Einfamilienhaus früher offenlegen müssen. „Das war nicht gradlinig und das tut mir leid.“ Der Bundespräsident sagte weiter, er wolle sein Amt weiterhin gewissenhaft fortführen. Dafür bitte er die Bürger um ihr Vertrauen.

Wulff bedauerte, dass er seinen bisherigen Sprecher und Vertrauten Olaf Glaeseker entlassen musste. Gründe dafür nannte er aber nicht. Glaeseker bat dem Vernehmen nach selbst um seine Entlassung. Die Aufgaben soll ab sofort seine bisherige Stellvertreterin Petra Diroll kommissarisch wahrnehmen. Über die Gründe für den Schritt wurde offiziell nichts mitgeteilt.

Darlehen soll komplexes Finanzkonstrukt sein

Wulff sieht sich seit über einer Woche mit Vorwürfen wegen eines Hausdarlehens und zu enger Kontakte zu reichen Unternehmern konfrontiert. Am Donnerstag machte das Magazin „Der Spiegel“ weitere Einzelheiten des Kredits öffentlich. Danach bekam Wulff das Darlehen für sein Eigenheim von 500.000 Euro bei der BW-Bank zu auffallend günstigen Konditionen. Wulff habe – nach der Ablösung des Kredits beim Unternehmerpaar Geerkens – bei der BW-Bank keinen normalen Immobilienkredit erhalten, sondern ein komplexes Finanzkonstrukt.

Die Opposition im Bundestag hatte zuvor von Wulff eine persönliche Stellungnahme verlangt. Ernsthafte Forderungen nach seinem Rücktritt erhob sie bisher aber nicht. Kritisiert wurde, dass Wulff Fragen, die es in der Bevölkerung zu Recht gebe, von seinen Anwälten beantworten lasse.