Margarita Mathiopoulos

Doktorarbeit - VroniPlag beanstandet jede 2. Seite

Erst Koch-Mehrin, dann Chatzimarkakis. Nun soll auch die FDP-Beraterin Margarita Mathiopoulos der Doktortitel entzogen werden. Sie habe in weiten Teilen ihrer Arbeit nicht wissenschaftlich korrekt gearbeitet haben, fand die Plagiate-Plattform "VroniPlag" heraus.

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Nach Plagiatsvorwürfen will die Universität Bonn der FDP-Beraterin Margarita Mathiopoulos den Doktortitel entziehen. Der Sprecher der Bonner Hochschule, Andreas Archut, bestätigte am Montag einen Bericht von „Zeit-Online“. Der Promotionsausschuss habe der Philosophischen Fakultät empfohlen, den Doktorgrad abzuerkennen.

Mathiopoulos sei Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben worden, sagte Archut am Montag. Diese sei in Form eines Anwaltsschreibens bei der Fakultät eingetroffen. Es würden Fragen aufgeworfen, die geklärt werden müssten. Eine abschließende Entscheidung der Fakultät werde es vor Weihnachten nicht mehr geben, sondern voraussichtlich am 1. Februar 2012 getroffen. „Bis dahin sollte alles geklärt sein“, sagte Archut. Der Promotionsausschuss bereitet die eigentliche Entscheidung der Fakultät vor.

Mathiopoulos' Doktorarbeit stammt aus den 80er-Jahren und war bereits Anfang der 90er-Jahre in die Kritik geraten. Eine Überprüfung hatte damals zwar handwerkliche Mängel ergeben, aber keine Verfehlungen, die zur Aberkennung des Doktortitels geführt hätten.

Den Anstoß für die neue Überprüfung hatte die Internet-Plattform „VroniPlag“ gegeben. Demnach enthalte die Arbeit zahlreiche wörtlich übernommene Textstellen , die nicht als solche gekennzeichnet seien. Die Prüfer wollen inzwischen auf fast jeder zweiten Seite der Dissertation mit dem Titel „Amerika: das Experiment des Fortschritts. Ein Vergleich des politischen Denkens in Europa und in den USA“ fündig geworden sein.

Mathiopoulos promovierte bei dem renommierten Bonner Politologen Prof. Karl Dietrich Bracher. sie hatte zu des Beginn des Verfahrens erklärt, sie sei sicher, dass die neuerliche Untersuchung ihrer Arbeit „zu keinem anderen Ergebnis kommen wird, als die Überprüfung der Dissertation im Jahre 1991“ Damals habe es der Promotionsausschuss als wesentlich erachtet, dass die Arbeit trotz ihrer handwerklichen Mängel eine originelle These habe und das Werk bei namhaften Wissenschaftlern anerkannt sei.

Der FDP-Europapolitiker Jorgo Chatzimarkakis hatte seinen an der Uni Bonn erworbenen Doktortitel im Juli verloren , da mehr als die Hälfte seiner Arbeit nach Angaben der Hochschule aus fremder Feder stammte. Zuvor waren im Internet Plagiatsvorwürfe laut geworden. Der FDP-Politiker kündigte an, er werde eine neue Arbeit vorlegen.

Der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin bleibt in ihrem Fall wohl nur noch der Gang vor Gericht: Sie bekommt ihren Doktortitel nicht zurück. Die Universität Heidelberg wies den Widerspruch der EU-Parlamentarierin gegen den Entzug des Titels nach einer Prüfung durch den Promotionsausschuss zurück.