Umfrage

Europa-Frage spaltet die Deutschen

Die Deutschen verlieren den Glauben an die Europäische Union. Jeder zweite ist der Meinung, ohne EU würde Deutschland besser klarkommen. Die andere Hälfte ist allerdings vom Gegenteil überzeugt.

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Die Euro-Krise erschüttert das Vertrauen der Deutschen in die EU. Fast jeder zweite Bundesbürger (46 Prozent) ist laut einer Emnid-Umfrage für die Zeitung „Bild am Sonntag“ der Meinung, dass es Deutschland ohne Europäische Union besser ginge. Allerdings glauben fast eben so viele (45 Prozent), dass Deutschland ohne EU schlechter da stünde.

Auch nach den Beschlüssen des Brüsseler Euro-Gipfels macht sich eine Mehrheit der Deutschen Sorgen um die Gemeinschaftswährung. 51 Prozent schätzen die Zukunft des Euros negativ ein. Nur 44 Prozent der Bundesbürger glauben an eine positive Entwicklung der Währung. Trotz dieser skeptischen Einstellung gegenüber der EU erwartet eine deutliche Mehrheit von 60 Prozent kein Auseinanderbrechen der Europäischen Union, lediglich ein Drittel der Befragten geht davon aus.

Angela Merkels Rolle in der Euro-Krise kommt offenbar der Union zugute. Sie bleibt stärkste politische Kraft in Deutschland. CDU und CSU können im Vergleich zur Vorwoche sogar einen Punkt hinzugewinnen und kommt jetzt auf 35 Prozent.

Der eigene Bundesparteitag hat unterdessen der angeschlagenen SPD Auftrieb verliehen. In der Wählergunst gewinnen die Sozialdemokraten im Vergleich zur Vorwoche zwei Prozentpunkte hinzu und liegen jetzt bei 30 Prozent. Der mögliche Koalitionspartner Grüne erreicht im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt weniger und kommt nur noch auf 14 Prozent.

Die Liberalen verharren bei 3 Prozent, die Linke verliert einen Punkt und kommt jetzt auf sieben Prozent, die Piraten verharren bei ebenfalls sieben Prozent.

Emnid befragte am vergangenen Donnerstag und Freitag 1.001 Personen zur Eurokrise, zur Wählergunst seit dem 1. Dezember.