Gesundheitspläne

Koalition erwägt Änderungen bei der Praxisgebühr

Mir der Praxisgebühr von 10 Euro pro Quartal ist die Zahl der Arztbesuche nicht merklich zurückgegangen. Innerhalb von Schwarz-Gelb, werden nun Alternativen zur aktuellen Regelung diskutiert – offenbar auch die Idee einer Gebühr für jeden Arztbesuch. Sie soll aber nicht aus dem Gesundheitsministerium stammen.

Foto: dpa / dpa/DPA

In der schwarz-gelben Koalition wird über eine Änderung der Praxisgebühr nachgedacht. Mehrere Koalitionspolitiker brachten am Sonnabend eine Reform ins Spiel, um die Zahl der Arztbesuche zu senken. Das Bundesgesundheitsministerium betonte aber, es habe noch keine konkreten Vorschläge vorgelegt, wie die im Koalitionsvertrag vereinbarte Überprüfung der Praxisgebühr aussehen könnte.

Die Gebühr beträgt derzeit zehn Euro pro Quartal. Die Überlegung, die Abgabe künftig pro Arztbesuch zu erheben, stamme nicht aus dem Gesundheitsministerium, betonte ein Ministeriumssprecher. Das Thema sei in der Koalition bislang noch nicht einmal beraten worden.

Die „Bild“-Zeitung berichtete, die Gebühr solle im kommenden Jahr reformiert werden. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) plane, ab Frühjahr 2012 Alternativen zur derzeitigen Ausgestaltung zu prüfen.

Als eine Möglichkeit werde erwogen, die Einführung einer Praxisgebühr bei jedem Arztbesuch einzuführen. Die Gebühr könnte bei bis zu fünf Euro liegen, sagten Gesundheitsökonomen dem Blatt. Der Kieler Sozialexperte Thomas Drabinski brachte eine Selbstbeteiligung an den Behandlungskosten von bis zu zehn Prozent ins Gespräch. Das seien in der Regel fünf bis zehn Euro pro Arzttermin.

Der FDP-Gesundheitsexperte Lars Lindemann sagte der Zeitung, die jetzige Praxisgebühr habe keinerlei steuernde Funktion. Der CSU-Politiker Johannes Singhammer erklärte: „Der Effekt, die Zahl der Arztbesuche zu dämpfen, ist mit der jetzigen Gebühr nicht erreicht worden.“

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