Von Plagiatsvorwürfen freigesprochen

Uni Potsdam erkennt Minister Doktortitel nicht ab

Geschlampt, aber nicht getäuscht: Die Doktorarbeit von Niedersachsens Kultusminister Althusmann hat erhebliche Mängel, ist aber kein Plagiat. Der CDU-Politiker ist erleichtert und sieht seinen Ruf nicht beschädigt – im Gegensatz zur Opposition im Landtag.

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Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann darf seinen Doktortitel behalten. Die Universität Potsdam sprach den CDU-Politiker am Donnerstag vom Plagiatsvorwurf frei. „Diese Dissertation weist zwar eine Vielzahl formaler Mängel auf, die nicht guter wissenschaftlicher Praxis entsprechen“, sagte der Vorsitzende der Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens, Tobias Lettl. Allerdings gebe es in der Arbeit keine Täuschung und keine Verstöße gegen das Urheberrecht. Das Verfahren gegen den Präsidenten der Kultusministerkonferenz wurde eingestellt.

Althusmann reagierte erleichtert auf das Ergebnis der monatelangen Untersuchung, auch wenn er es so erwartet hatte. „Von Anfang an haben anerkannte Wissenschaftler vor einer Vorverurteilung gewarnt“, sagte er in Hannover. „Meine Arbeit weist keine Urheberrechtsverletzungen auf, sie ist kein Plagiat.“ Die 2007 eingereichte Dissertation über Prozesse in der öffentlichen Verwaltung war mit der schlechtesten Note „rite“ (genügend) bewertet worden.

Obwohl Althusmann anders als etwa der als Abschreiber überführte Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) seinen Doktortitel behalten darf, sehen die Opposition im niedersächsischen Landtag und SPD-Bundespolitiker seinen Ruf beschädigt. „Auch wenn er den Doktortitel behalten darf, hat Althusmann sich als Bildungsminister selber disqualifiziert. Vorbild für die fast eine Million Schüler in Niedersachsen kann er nicht mehr sein“, erklärte Thomas Oppermann, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion und früherer niedersächsischer Wissenschaftsminister.

Althusmann dagegen sieht seine Glaubwürdigkeit nicht beschädigt. Im politischen Tagesgeschäft hätten ihn die Vorwürfe nicht beeinträchtigt. „Ich habe zu keinem Zeitpunkt an Rücktritt gedacht. Es gibt auch Phasen im Leben, wo man nicht so glänzen kann“, sagte er. Dies werde auch bei Schülern vernünftig ankommen. Schon als die Schummel-Vorwürfe im Juli öffentlich wurden, hatte er eingeräumt, dass die Arbeit kein Glanzstück gewesen sei.

Die Prüfungskommission stellte auch Althusmanns Doktorvätern ein schlechtes Zeugnis aus. „Insgesamt handelt es sich um Mängel von erheblichen Gewicht. Zu ihrer Vermeidung hätten die Gutachter die Dissertation genauer prüfen und weitere Maßnahmen ergreifen müssen, zumal diese Verstöße zumindest teilweise ohne weiteres erkennbar waren“, erklärte Lettl. Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Potsdamer Hochschule will aus der Affäre lernen und Doktoranwärter bei der Promotion künftig besser betreuen.

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