Atomkraftgegner

Mehr als 1.000 Castor-Gegner blockieren die Gleise

Der Castor-Zug rollt in Richtung Dannenberg. Dort sollen die Behälter auf Lastwagen für die letzte Etappe ins Zwischenlager Gorleben umgeladen werden. Eine Sitzblockade soll den anrollenden Atommüll-Transport stoppen.

Mit einer Sitzblockade auf der Bahnstrecke westlich von Harlingen versuchen Aktivisten den umstrittenen Castor-Transport auf seinem Weg zur Verladestation in Dannenberg zu stoppen. Die Initiative „Widersetzen“ zählte etwa 2.000 Aktivisten auf den Schienen im Wendland, die Polizei sprach allerdings nur von etwa 1.200. Laut Augenzeugen schließen sich ständig neue Aktivisten der Blockade an.

Polizisten bilden inzwischen eine Kette entlang der Bahngleise. Über die genaue Zahl der eingesetzten Beamten will sich die Polizei aus „taktischen Gründen“ aber nicht äußern. Am gleichen Ort hatte es auch im vergangenen Jahr bereits massive Sitzblockaden gegeben. Da die Bahnstrecke dort eingleisig ist, kann der Castor-Transport den Abschnitt vor Dannenberg nicht umfahren. In Dannenberg müssen die elf Castor-Behälter für die letzte Etappe auf Lkws verladen werden.

Atomkraftgegner unterhöhlen Gleise

Die Stimmung an der Sitzblockade war laut einem dapd-Reporter ruhig. Jens Magerl, Sprecher von „Widersetzen“, sagte demnach in Richtung der Polizei: „Von uns werden keine Steine geschmissen. Sie können sich entspannen!“ Auch die Polizei sehe zunächst von einer Sperrung und Räumung des Gleisabschnitts ab, sagt ein Sprecher.

Zeitgleich versuchen zahlreiche Aktivisten weiterhin an mehreren Streckenabschnitten zu den Gleisen vorzudringen und sie zu besetzen, wie Polizei und Aktivisten bestätigten. Einige versuchten demnach weiterhin, Schottersteine aus dem Gleisbett zu entfernen, um eine Durchfahrt des Atommüll-Sonderzuges zu verhindern. Aktivisten zufolge wurden so bislang etwa 200 Meter Gleis unterhöhlt.