Tahrir-Platz

Hunderte Verletzte bei Kämpfen in Kairo

Nach Polizeieinsatz gegen ein Zelt-Camp eskaliert die Lage auf dem Tahrir-Platz in Kairo. 500 Menschen sollen verletzt worden sein, 18 wurden festgenommen.

Bei heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei auf dem Tahrir-Platz in Kairo sind am Samstag nach Medienberichten mehr als 500 Menschen verletzt worden. Unter den Verwundeten seien auch 19 Polizisten, meldete das staatliche Fernsehen unter Berufung auf das Innenministerium. Menschenrechtler warfen den Sicherheitskräften unangemessene Gewalt vor: Ein Aktivist habe durch ein Gummigeschoss sein rechtes Auge verloren.

Zu den Auseinandersetzungen nur rund eine Woche vor der ersten Parlamentswahl seit dem Sturz von Präsident Husni Mubarak kam es, als Polizisten am Morgen ein Zeltlager auf dem Platz räumten und rund 200 campierende Aktivisten angriffen. Mehrere hundert Menschen hatten auf dem Tahrir-Platz ausgeharrt, nachdem sich am Freitag dort Zehntausende versammelt und gegen den regierenden Militärrat demonstriert hatten.

Gepanzertes Fahrzeug in Brand gesetzt

Die Nachricht von den Zusammenstößen verbreitete sich rasch in der ägyptischen Hauptstadt, immer mehr Menschen strömten zusammen, bis die Menge auf mehrere Tausend anschwoll. Die Sicherheitskräfte wurden ebenfalls auf mehrere Tausend aufgestockt. Demonstranten setzten ein gepanzertes Fahrzeug in Brand.

Am Abend strömten tausende weitere Menschen auf den Platz. Die Polizei schien sich zurückzuziehen. Ministerpräsident Essam Scharaf rief die Demonstranten auf, den Platz zu räumen.

18 Menschen wurden nach Berichten des staatlichen Fernsehens festgenommen. Mehrere Demonstranten flüchteten während der Räumungsaktion in die Seitenstraßen. „Wir formieren uns neu und kommen zurück“, sagte ein Teilnehmer der Protestaktion, Sahar Abdel Mohsen. Er hatte via Twitter von den Auseinandersetzungen erfahren.

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