Übergangskabinett

Griechenlands neue Regierung steht

Der neue Ministerpräsident von Griechenland, Lukas Papademos, hat seine Minister benannt. Dabei bleibt der Sozialist Evangelos Venizelos Finanzminister Erstmals seit dem Ende der Militärdiktatur ist an der neuen Regierung auch eine rechtsnationale Partei beteiligt.

Das krisengeschüttelte Griechenland hat eine neue Regierung. Nach tagelangem Streit wurde am Freitag das Übergangskabinett des neuen Ministerpräsidenten Lucas Papademos im Amtssitz des Staatspräsidenten Karolos Papoulias in Athen vereidigt. Nach der kurz zuvor veröffentlichten Kabinettsliste bleibt der Sozialist Evangelos Venizelos Finanzminister und Vizepremier. Der ehemalige EU-Umweltkommissar Stavros Dimas von den Konservativen wird neuer Außenminister. Sein Parteifreund Dimitris Avramopoulos übernimmt das Verteidigungsressort.

Erstmals seit dem Ende der Militärdiktatur 1974 ist an der neuen Regierung unter dem designierten Ministerpräsidenten Lucas Papademos eine rechtsnationale Partei beteiligt: Makis Voridis von der LAOS-Partei wird das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr leiten.

Er stammt aus der Jugendorganisation der Militärjunta und stand lange dem rechtsextremen Front National von Jean-Marie Le Pen in Frankreich nahe. Voridis' Parteifreund Adonis Georgiadis, unter anderem Mitherausgeber eines antisemitischen Pamphlets, wird Staatssekretär für Entwicklung und die Handelsmarine. Insgesamt umfasst die neue Regierung 17 Mitglieder, 14 davon gehören der PASOK an.

Die Übergangsregierung soll Reformen durchsetzen, damit internationale Hilfen fließen können. Die drei beteiligten Parteien verfügen über eine deutliche Mehrheit von 254 Abgeordneten im 300-köpfigen griechischen Parlament.