Atombombe

Irans Bombe kann keiner mehr ignorieren

Das fortgeschrittene Stadium der iranischen Atombombe wird für Israel zur lebensbedrohlichen Gefahr, der sich auch europäische Politiker nicht mehr verschließen können.

Foto: dpa / dpa/DPA

Nun ist es amtlich: Der Iran hat ein militärisches Atomprogramm verfolgt und tut dies aller Wahrscheinlichkeit nach noch immer. Das sagen maßgebliche Experten und westliche Regierungen seit Jahren. Aber es macht eben einen Unterschied, wenn es auch von der höchsten Autorität in diesen Angelegenheiten festgestellt wird, der Atomenergiebehörde in Wien. Die IAEA war unter ihrem alten Chef Mohammed al-Baradei sehr zurückhaltend und hat Teheran wiederholt die Möglichkeit eröffnet, Zeit zu schinden.

Nun, unter dem Japaner Yukiya Amano, konnte und wollte sich die Behörde der Flut an Belegen nicht mehr entziehen und hat endlich den Bericht über die militärischen Dimensionen des Programms vorgelegt. Darin wird deutlich, dass der Iran schon am Design eines Atomsprengkopfs arbeitete, noch bevor er die Urananreicherung begonnen hatte.

Ein Schlag ins Gesicht für Russland und China

Hilfe bekam Teheran von Nordkorea, vom Vater der pakistanischen Bombe, Abdul Qadir Khan, und von einem russischen Atomwissenschaftler. Pjöngjang soll insbesondere dabei geholfen haben, die Schahab-3-Rakete so weiterzuentwickeln, dass sie einen Nuklearsprengkopf tragen kann; außerdem war Nordkorea bei Atombombentestsimulationen behilflich.

Der Bericht ist ein Schlag ins Gesicht für Russland und China, die seit Jahren die Dimensionen des iranischen Programms kleinreden und im UN-Sicherheitsrat als Schutzmächte der Schurkenstaaten Nordkorea und Iran fungieren. Seit neun Jahren weiß die Welt von der Existenz des vormals geheimen iranischen Atomprogramms.

Zu mehr als halbherzigen Sanktionen konnte sich die Weltgemeinschaft bisher nicht durchringen. Nun ist der Iran nicht irgendein Staat, sondern ein Land, das seit Jahrzehnten mit Terror Politik macht, das Terrororganisationen wie Hamas und Hisbollah unterstützt, Länder nicht nur im Nahen Osten destabilisiert und einem Mitglied der UN – Israel – seit Jahren mit Auslöschung droht.

Existenzielle Bedrohung für Israel

Man kann sich schwer einen Staat vorstellen, in dessen Händen Atomwaffen noch gefährlicher wären. Was also braucht es noch, damit die träge internationale Gemeinschaft endlich alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel nutzt, um die Fertigstellung der iranischen Bombe zu verhindern?

Deutsche und europäische Politiker warnen die Israelis gerne mit düsteren Worten davor, zur Verzweiflungstat eines Militärschlages zu schreiten. Aber wenn es darum geht, Alternativen aufzuzeigen, um das zu verhindern, was für Europa eine ernsthafte strategische Bedrohung, für Israel aber eine existenzielle Not ist, da bleiben sie meistens ziemlich stumm. Vor dieser Frage wird sich nun aber kein Verantwortung tragender Politiker mehr drücken können. Schon gar nicht in Deutschland.

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos

Beschreibung anzeigen