Segelschulschiff rostet

Rumpf des Skandalschiffs "Gorch Fock" ist gerissen

Nach den Skandalen auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock" im vergangenen Jahr kehrt noch immer keine Ruhe ein: Jetzt frisst sich Rost durch den Rumpf.

Die schlechten Nachrichten um das Segelschulschiff "Gorch Fock" reißen nicht ab. Bei Instandsetzungsarbeiten auf der Kieler Lindenau-Werft haben Arbeiter einen Riss am Rumpf entdeckt. Es handele sich um eine schwer zugängliche Roststelle in der Nähe des Kiels, sagte Fregattenkapitän Achim Winkler dem NDR . Bis der Schaden behoben sei, könne es einige Wochen dauern.

Ein für kommende Woche geplanter Besuch beim Schiffsicherungszentrum in Neustadt ist dem Bericht zufolge bereits abgesagt worden. Das Segelschulschiff der Marine liegt seit zehn Tagen im Dock der Werft. Ausgebildet wird derzeit nicht an Bord des Dreimasters.

Die "Gorch Fock" war über Jahrzehnte der Stolz der Deutschen Marine. Nach einer Reihe von Zwischenfällen war das Segelschulschiff im vergangenen Jahr ins Zwielicht geraten. Nach jenem tödlichen Unfall vom 7. November, bei dem eine 25-jährige Offizieranwärterin aus der Takelage stürzte , gab es auch Berichte über Ekelrituale und eine Meuterei.

Der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zog nach diesen Vorfällen harte Konsequenzen und setzte den Kapitän Norbert Schatz ab.

Die Kieler Staatsanwaltschaft stellt nach monatelanger Prüfung ihre Ermittlungen im Mai 2011 wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ein. In einem Abschlussbericht stellt das Verteidigungsministerium zwar keine persönliche Schuld einzelner Vorgesetzter fest, es moniert aber deutliche Mängel bei Dienstaufsicht "über einen längeren Zeitraum hinweg" sowie "sonstiges Fehlverhalten" der Schiffsführung.

Im August 2011 gab es dann erneut einen tödlichen Unfall: Ein 28-jähriger Kapitänleutnant starb nach einem Unfall auf einem Dienstsegelboot der Marineschule Mürwik.