Rocker

Hessische Ableger der Hells Angels verboten

Erneut sind regionale Ableger der Hells Angels in Deutschland verboten worden. Hessen schloss die Clubs „Westend" und „Frankfurt". Künftig darf dort niemand mehr das bekannte Rocker-Logo mit dem Totenkopf tragen. Die Gründung von Ersatzorganisationen ist strengstens untersagt.

Foto: dpa

Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) hat die zwei Ableger der berüchtigten Rockervereinigung Hells Angels geschlossen. Die sogenannten Hells-Angels-Charter „Westend“ und „Frankfurt“ würden gegen das Strafgesetz verstoßen: „Sie bestehen keineswegs nur aus harmlosen Motorradfahrern, viele Mitglieder sind wegen Gewalt-, Drogen- oder Waffendelikten polizeibekannt“, erklärte Rhein. In der Nacht zuvor war in Frankfurt erneut ein Clubhaus der Rockergruppe durchsucht worden.

Die beiden verbotenen Vereine haben nach Ansicht des Innenministers den Zweck, in einem bestimmten Gebiet kriminelle Macht zu entfalten und diese Gebiets- und Machtansprüche durchzusetzen. Die Gründung von Ersatzorganisationen ist verboten. Die Kennzeichen der Vereine dürfen danach weder in der Öffentlichkeit verwendet, noch weiter verbreitet werden. Außerdem werde das Vereinsvermögen beschlagnahmt, um den Chartern die finanzielle Grundlage zu entziehen.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte in der vergangenen Woche über angebliche Kontakte Rheins zu den Frankfurter Hells Angels berichtet, was der Minister scharf zurückgewiesen und als absurd bezeichnet hatte. Das Magazin hatte aus geheimen Polizeiprotokollen zitiert, nach denen ein Mitglied der Hells Angels einen Besuch Rheins im Frankfurter Bahnhofsviertel lobend erwähnt haben soll, bei dem dieser sich über Probleme der Straßenprostitution informiert hatte.

Hells Angels auch in Berlin unter Beobachtung

In der Vergangenheit sind in Deutschland bereits mehrfach regionale Ableger von Rockerclubs wie den „Hells Angels“ oder den rivalisierenden „Bandidos“ verboten worden, unter anderem 2010 in Schleswig-Holstein und vor kurzem in Baden-Württemberg.

Etliche Rockervereinigungen werden von den Behörden mit der organisierten Kriminalität in Verbindung gebracht, gegen zahlreiche Mitglieder laufen entsprechende Ermittlungen. In Berlin stehen die rivalisierenden Clubs „Hells Angels“ und „Bandidos“ unter besonderer Beobachtung der Polizei. Trotz eines medienwirksam geschlossenen Rockerfriedens ist es in den vergangenen Monaten mehrfach zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den beiden gekommen. Bei der massiven Bewaffnung beider Clubs werde es noch Tote in Berlin geben, fürchten Ermittler.

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos

Beschreibung anzeigen