11. September

US-Behörden warnen vor Anschlägen zum Jahrestag

Die Polizei in New York und Washington ist in erhöhte Alarmbereitschaft. Kurz vor dem zehnten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September fahnden die US-Behörden nach möglichen Attentätern, die offenbar Sprengstoffattacken mit Autos oder Lastwagen planen.

Foto: REUTERS

Kurz vor dem zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September hat eine neue Terrorwarnung die Menschen in den USA im Atem gehalten. Es gebe eine „spezifische, glaubwürdige, aber unbestätigte“ Bedrohung, erklärte das US-Heimatschutzministerium. Ein denkbares Szenario seien Explosionen von Autobomben in einer US-Großstadt wie New York oder Washington, sagten US-Vertreter.

Das Heimatschutzministerium rief die US-Bürger vor dem Wochenende zur Vorsicht auf. „Wir nehmen alle Informationen über Bedrohungen ernst und haben alle notwendigen Maßnahmen ergriffen und werden dies weiterhin tun“, hieß es in einer Erklärung. Präsident Barack Obama forderte die Sicherheitsdienste nach Angaben eines Mitarbeiters des Weißen Hauses dazu auf, ihre Anstrengungen gegen eine Terrorgefahr zu verstärken.

US-Vertreter nannten mit Sprengstoff beladene Autos als potenzielle Terror-Bedrohung. Unter Berufung auf Geheimdienstangaben berichtete der Fernsehsender ABC, dass im August drei Verdächtige eingereist seien. Sie hätten die Absicht, um den 11. September herum einen Autobomben-Anschlag zu verüben. Sie handeln demnach im Auftrag des neuen El-Kaida-Chefs Aiman el Sawahiri, der für die Tötung seines Vorgängers Osama bin Laden Vergeltung angekündigt hatte.

Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf einen Anti-Terror-Beamten, dass Extremisten aus Pakistan mit Verbindungen zu Al-Qaida Anschläge mit Autobomben in den USA planen könnten. Nach Angaben der „New York Times“ wurden zwei Mietlastwagen, die in Kansas City im Bundesstaat Missouri vermisst und im Zusammenhang mit den Terrorplänen gesucht worden waren, aufgefunden. Der Verdacht soll sich aber nicht erhärtet haben.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen

Trotz der Bedrohungslage hoben die US-Behörden die Terror-Warnstufe zunächst nicht an. Die Behörden in New York kündigten aber zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen an. Die Polizei werde weitere Einheiten mobilisieren, sagte Bürgermeister Michael Bloomberg. „Einige davon werden Sie bemerken, andere nicht.“ Polizeichef Raymond Kelly kündigte eine verschärfte Suche nach Bomben an strategisch wichtigen Punkten wie in der U-Bahn und in Tunneln an.

In New York werden am Sonntag zahllose Menschen zum Gedenken an die Anschläge vom 11. September vor zehn Jahren erwartet, unter ihnen auch Obama und sein Amtsvorgänger George W. Bush. Sie nehmen an der zentralen Gedenkfeier am Ground Zero teil, wo der Opfer mit Gedichten, Gebeten und Schweigeminuten gedacht werden soll. Obama fährt anschließend noch zu Zeremonien am Pentagon in Washington und nach Shanksville.

Bei den Anschlägen vom 11. September hatten Extremisten des Terrornetzwerks El Kaida mehrere Passagierflugzeuge entführt und in die Zwillingstürme des New Yorker World Trade Center sowie ins Pentagon in Washington gesteuert. Eine weitere Maschine stürzte im Bundesstaat Pennsylvania nahe Shanksville in ein Feld. Insgesamt kamen fast 3000 Menschen ums Leben.

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