Libyscher Diktator

Interpol schreibt Gaddafi zur Fahndung aus

Der untergetauchte libysche Diktator Muammar al-Gaddafi steht jetzt auch auf der Fahndungsliste von Interpol. Die internationale Polizeiorganisation schickte nach Angaben vom Freitag eine sogenannte „Red Notice" an alle 188 Mitgliedsländer.

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Dschibril drohte bei seinem ersten Besuch in der Hauptstadt Tripolis seit dem Sturz Gaddafis indirekt mit Rücktritt, sollten Grabenkämpfe unter den Gegern des untergetauchten Machthabers ausbrechen.

Video: Reuters
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Die internationale Polizeiorganisation Interpol hat auf Antrag des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag den libyschen Exmachthaber Muammar al Gaddafi, dessen Sohn Seif al Islam sowie den früheren Geheimdienstchef Abdullah al Senussi zur Fahndung ausgeschrieben. Die drei Männer werden vom IStGH wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht.

Die Fahndungsmitteilungen seien als sogenannten "Red Notice" an alle 188 Mitgliedsstaaten von Interpol weitergeleitet worden, teilte die in Lyon ansässige Organisation am Freitag mit. Interpol-Generalsekretär Ronald Noble nannte Mitteilungen „ein starkes Werkzeug“, das dabei helfen könne, die beiden Gaddafis und al Senussi gefangen zu nehmen.

Interpol folgte mit der Ausstellung der „Roten Benachrichtigungen" einer Bitte des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag. Dessen Chefankläger Luis Moreno-Ocampo wirft Gaddafi und seinen beiden Verbündeten Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor – darunter Hunderte Morde, massive Angriffe auf Zivilisten und Massenvergewaltigungen zur Niederschlagung des Aufstands gegen das Regime. Das sogenannte Weltstrafgericht hatte deswegen bereits am 27. Juni internationale Haftbefehle ausgestellt.

Die neuen Machthaber in Libyen haben nach eigenen Angaben eine Spezialeinheit für die Jagd auf den gestürzten Revolutionsführer aufgestellt. Unterstützt wird sie nach Informationen französischer und amerikanischer Geheimdienstkreise von westlichen Ländern. So würden verdächtige Telefonate über Satellit darauf überprüft, ob sie von Gaddafi stammten und seinen Aufenthaltsort ermitteln lassen. Kleine CIA-Teams unterstützten zudem die Jagd nach Gaddafi.

Unterdessen teilte die niederländische Regierung mit, 1,4 Milliarden Dollar an eingefrorenem Vermögen des Gaddafi-Regimes freizugeben und der neuen libyschen Führung zukommen zu lassen. Das Geld werde an den nationalen Übergangsrat weitergeleitet, teilte das niederländische Außenministeriums mit. Der Übergangsrat werde das Geld in humanitäre Hilfe, Bildung sowie Gehälter der Regierung investieren. Das Sanktionskomitee der Vereinten Nationen stimmte dem Geldtransfer zu.