Wikileaks-Gründer

Julian Assange legt Berufung gegen Auslieferung ein

Assange fürchtet, dass er erst nach Schweden und dann an die USA ausgeliefert werden könnte. Das Gericht hat 40 Tage Zeit für eine Entscheidung.

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat am Donnerstag in London Berufung gegen seine Auslieferung an Schweden eingelegt. Ein Gericht hatte die Auslieferung des 39-Jährigen auf der Grundlage eines EU-weiten Haftbefehls vor einer Woche für rechtens erklärt. Das Gericht muss nun in 40 Tagen entscheiden, ob es die Berufung annimmt.

Die schwedische Justiz verdächtigt Assange unter anderem der Vergewaltigung, hat aber bisher keine Anklage gegen ihn erhoben. Er soll im August 2010 mit zwei Frauen ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt haben, obwohl beide auf das Benutzen eines Kondoms bestanden. Einer Frau soll er sich genähert haben, als sie schlief. In Schweden kann dies als Vergewaltigung gewertet werden.

Der Internetaktivist hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und sieht diese als Teil eines Komplotts. Er befürchtet, dass Schweden ihn letztlich an die USA ausliefern könnte. Die US-Justiz prüft derzeit rechtliche Schritte gegen Assange wegen der Veröffentlichung geheimer Regierungsdokumente über Wikileaks.