Mecklenburg-Vorpommern

Nur wenige beteiligen sich bei der Landtagswahl

Bis zum Mittag haben bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern nur rund 29,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. 2006 hatte die Wahlbeteiligung zu diesem Zeitpunkt immerhin bei 35,4 Prozent gelegen.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

SPD-Ministerpräsident Sellering steht vor seiner Wiederwahl. Eine Fortsetzung der Großen Koalition mit CDU oder erstmals Rot-Grün in Schwerin sind möglich.

Video: Reuters
Beschreibung anzeigen

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat sich am Sonntag eine niedrige Wahlbeteiligung abgezeichnet. Bis 14 Uhr gaben nur 29,8 Prozent der knapp 1,4 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab, teilte die Landeswahlleiterin in Schwerin mit. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) kann jüngsten Umfragen zufolge darauf hoffen, in Schwerin weiter zu regieren.

Sellering hatte 2008 das Amt des Ministerpräsidenten in der laufenden Legislaturperiode von Harald Ringstorff übernommen. Es ist somit das erste Mal, dass er sich zur Wahl stellt. Für Spannung sorgte im Vorfeld des Urnengangs vor allem die Frage, ob es weiter bei einer Koalition mit der CDU bleiben oder womöglich einen Wechsel zu einem rot-roten Bündnis mit der Linken geben werde.

Der 61-jährige Sellering hat sich bislang nicht festgelegt, mit wem er im Falle eines Wahlsiegs künftig regieren will. Die SPD habe fünf Jahre lang gut mit der CDU und davor acht Jahre lang ebenso gut mit der damaligen PDS und heutigen Linkspartei regiert, sagte Sellering im Vorfeld lediglich. Als unwahrscheinlich gilt indes eine rot-grüne oder eine rot-rot-grüne Regierung, selbst wenn dies rechnerisch möglich wäre.

Bei der Landtagswahl 2006 kam die SPD auf 30,2 Prozent, die CDU wurde mit 28,8 Prozent zweitstärkste Kraft. Die Linkspartei erhielt 16,8 Prozent, die FDP 9,6 Prozent und die NPD 7,3 Prozent. Die Grünen scheiterten mit 3,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.

Die Grünen haben in diesem Jahr gute Chancen, erstmals in den Schweriner Landtag einzuziehen. Die FDP muss um ihre Rückkehr ins Parlament bangen, auch der Wiedereinzug der rechtsextremen NPD ist fraglich.

Die Wahlbeteiligung war am Sonntagmittag fast sechs Prozentpunkte niedriger bei der vorherigen Landtagswahl 2006: Damals waren es zur selben Zeit 35,4 Prozent, insgesamt lag 2006 die Wahlbeteiligung dann bei 52 Prozent.

Das endgültige Wahlergebnis wird frühestens zwei Wochen nach der Wahl feststehen. Wegen des Todes eines CDU-Direktkandidaten wurde der Urnengang in einem Wahlkreis auf Rügen um vierzehn Tage verschoben. Gleichzeitig mit der Landtagswahl finden in Mecklenburg-Vorpommern Kreistags- und Landratswahlen statt. Außerdem wird über die Namen der neuen Landkreise entschieden, die durch eine Kreisgebietsreform entstanden sind.

Nach den Wahlen in Hamburg, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bremen ist die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern die vorletzte im Superwahljahr 2011. Zwei Wochen später wird in Berlin noch ein neues Abgeordnetenhaus gewählt.