Fehlschlag

Teure US-Raketenabwehr versagt im Testlauf

Zehn Milliarden Dollar stecken die USA jährlich in ihre Raketenabwehr. Doch bislang funktionert das System nicht besonders gut.

Ein Test der US-Raketenabwehr über dem Pazifik ist in der Nacht fehlgeschlagen. Das Verteidigungsministerium in Washington teilte mit, es sei nicht gelungen, eine gestartete ballistische Rakete mit einer Abfangrakete abzuschießen. Dies war bereits der zweite fehlgeschlagene Test des von Boeing gesteuerten US-Raketenabwehrsystems in Folge.

„Dies ist ein gewaltiger Rückschlag für die Erprobung des komplizierten Systems“, sagte Riki Ellison von der Missile Defense Advocacy Alliance. Es stelle sich die Frage, ob auf die etwa 30 in Alaska und Kalifornien stationierten Abfangraketen Verlass sei. Bislang ist es den USA in lediglich acht von 15 Tests gelungen, ballistische Raketen abzufangen und unschädlich zu machen. Zuletzt war ein Test Ende Januar gescheitert.

In der Nacht zum Donnerstag war eine Mittelstreckenrakete vom Kwajalein-Atoll im südlichen Pazifik, das zu den Marshall-Inseln gehört abgefeuert worden. Die Abfangrakete wurde vom Luftwaffenstützpunkt Vandenberg in Kalifornien erfolgreich gestartet, verfehlte aber ihr Ziel. Die Ursache dafür sei noch nicht bekannt, erklärte das Verteidigungsministerium.

Die USA haben in den vergangenen Jahren mehr als zehn Milliarden Dollar jährlich in die Raketenabwehr investiert.