Bundeswehr in Afghanistan

Soldat schießt versehentlich Kameraden in Kopf

Ein 22-jähriger Hauptgefreiter ist im Norden Afghanistans von seinem Kameraden mit einer Schusswaffe schwer am Kopf verletzt worden. Ersten Ermittlungen zufolge löste sich der Schuss ungewollt. Es ist der zweite Vorfall dieser Art in kurzer Zeit.

Durch einen ungewollten Kopfschuss aus der Waffe eines Kameraden ist ein Bundeswehrsoldat in Nordafghanistan schwer verletzt worden. Der Schießunfall ereignete sich bereits am Dienstagabend im regionalen Hauptquartier der internationalen Schutztruppe in Masar-i-Scharif. Der Schuss löste sich nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr aus einer Pistole des Typs P8 versehentlich bei einer „Sicherheitsüberprüfung“.

Bei dem verletzten Soldaten handelt es sich um einen 22-jährigen Hauptgefreiten, der zu einem der beiden Bataillone gehört, das afghanische Soldaten ausbildet. Er wurde operiert und soll am Donnerstag nach Deutschland geflogen werden. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen; die zuständige Staatsanwaltschaft wurde informiert.

Es handelt sich um den zweiten schweren Schießunfall innerhalb von neun Monaten. Im vergangenen Dezember war in einem Vorposten der Bundeswehr in der Unruheprovinz Baghlan ein Soldat durch einen Schuss aus der Waffe eines Kameraden getötet worden. Eine Feldjäger-Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass es sich um einen Unfall handelte.

Ende September beginnt der Prozess gegen den inzwischen aus der Bundeswehr ausgeschiedenen Mann, aus dessen Waffe sich der Schuss löste. Die Staatsanwaltschaft wirft dem damals 21-Jährigen fahrlässige Tötung und Ungehorsam in einem besonders schweren Fall vor.