Mutmaßlicher Kriegsverbrecher

EU begrüßt Festnahme Hadzics in Serbien

In Serbien ist der mutmaßliche Kriegsverbrecher Goran Hadzic nach zehn Jahren auf der Flucht gefasst worden. Für EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso ist die Festnahme "ein weiterer wichtiger Schritt für Serbien" und die internationale Justiz.

Die Europäische Union hat die Festnahme des als Kriegsverbrecher gesuchten kroatischen Serben Goran Hadzic begrüßt. Dies sei „ein weiterer wichtiger Schritt für Serbien“ und die „europäische Perspektive“ des Landes sowie für die internationale Justiz, erklärten EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sowie EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy am Mittwoch in einer gemeinsamen Stellungnahme in Brüssel. Nach der kürzlichen Festnahme des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Ratko Mladic sende die Festnahme Hadzics „ein positives Signal an die Europäische Union und an Serbiens Nachbarn, aber vor allem an die Rechtstaatlichkeit in Serbien selbst“.

Hadzic müsse nun umgehend an das UN-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien überstellt werden, hieß es in der Erklärung. Der 52-Jährige war am Mittwoch in Serbien gefasst worden. Er ist der letzte vom Haager Tribunal gesuchte mutmaßliche Kriegsverbrecher. Die EU hatte die Festnahme gesuchter Kriegsverbrecher stets zur Bedingung für eine Annäherung Serbiens an die Europäische Union gemacht.

Hadzic war zwischen 1992 und 1993 Präsident der selbsternannten serbischen Republik Krajina, die damals ein Drittel des Gebietes von Kroatien umfasste. Er soll für den Tod hunderter kroatischer Zivilisten und die Deportation von zehntausenden Kroaten und Nicht-Serben durch die serbischen Truppen während des Kroatien-Krieges (1991-1995) verantwortlich sein und ist deshalb vom UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag angeklagt, unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.