Gazastreifen

Israelische Soldaten entern Hilfsschiff vor Gaza

Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben vor der Küste des Gazastreifens ein Schiff pro-palästinensischer Aktivisten geentert. Die Besatzung leistet dabei keinen Widerstand.

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Israels Marine entert Yacht mit 17 Aktivisten und Hilfslieferungen vor blockiertem Küstenstreifen - keine Verletzten

Video: Reuters
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Die israelische Marine hat das französische Boot „Dignité“ am Dienstag auf dem Weg in den Gazastreifen geentert. Der Einsatz sei friedlich und ohne Zwischenfälle verlaufen und das Boot sei in Richtung des israelischen Hafens Aschdod in Schlepp genommen worden, sagte eine Militärsprecherin der Nachrichtenagentur AFP. Das Boot mit 16 zumeist französischen Aktivisten wollte die Blockade des Gazastreifens durchbrechen.

Nach Angaben der Militärsprecherin näherten sich mehrere Marineschiffe am Morgen dem französischen Boot. Als die Besatzung sich trotz wiederholter Aufforderung geweigert habe, Kurs auf den Hafen Aschdod zu nehmen, hätten israelische Soldaten das Boot geentert, um zu verhindern, dass es die Seeblockade zum Gazastreifen durchbricht. Der Zugriff sei erfolgt, kurz nachdem Generalstabschef Benny Gantz den Befehl dazu erteilt habe. Die Besatzungmitglieder seien mit Essen und Trinken versorgt worden und würden bei ihrer Ankunft in Aschdod befragt.

„Die Soldaten handelten entsprechend der Vorschriften und trafen jede mögliche Vorsichtsmaßnahme, um zu vermeiden, den Aktivisten an Bord Schaden zuzufügen, aber auch die Sicherheit der Soldaten zu gewährleisten“, sagte die israelische Militärsprecherin. Bei der Stürmung des türkischen Schiffs „Mavi Marmara“, das Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen wollte, waren am 31. Mai 2010 neun türkische Aktivisten von der israelischen Marine erschossen worden.

Die Regierung der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen verurteilte den „Akt der Piraterie der Besatzungskräfte“ und rief die internationale Gemeinschaft auf, „zwischen den Menschenrechten und dem Gesetz des Dschungels“ zu wählen.

Die Organisatoren erklärten, die „Dignité“ sei „im offenkundigen Verstoß gegen das Recht auf freie Fahrt auf offener See“ in internationalen Gewässern nahe der Küste des Gazastreifens gekapert worden. „Erneut reagiert die israelische Regierung mit einer unverhältnismäßigen und inakzeptablen Machtdemonstration auf eine ausdrücklich friedliche Bürgerinitiative der Solidarität.“ Das französische Außenministerium teilte mit, es habe die israelischen Behörden informiert, dass es von ihnen im Umgang mit den Aktivisten ein „verantwortungsvolles und angemessenes“ Verhalten erwarte.

Die Organisatoren hatten am Morgen mitgeteilt, dass die „Dignité“ in internationalen Gewässern von mehreren israelischen Marineschiffen eingekreist und die Kommunikation unterbrochen worden sei. Das Boot war nach Angaben der Organisatoren am Wochenende von der griechischen Insel Kastellorizo aufgebrochen und hatte am Montag Kurs auf den Gazastreifen genommen, wo es eigentlich am Dienstagnachmittag eintreffen sollte.

Die „Dignité“ ist eines von zehn Schiffen der internationalen Hilfsflotte, die eigentlich zum Jahrestag der Stürmung der ersten Hilfsflotte Ende Mai Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen wollte. Die anderen Schiffe konnten aber wegen eines Verbots der Behörden die griechischen Gewässer bislang nicht verlassen. Mehrere Schiffe waren zudem zuvor von Unbekannten so beschädigt worden, dass sie nicht mehr auslaufen konnten.

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