Neue Proteste

32 Tote bei Demonstrationen in Syrien

In Syrien sind bei erneuten Protesten gegen Präsident Baschar el Assad mindestens 32 Demonstranten getötet worden. Landesweit gingen mehr als eine Million Menschen auf die Straße - so viele wie nie zuvor.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Syrische Sicherheitskräfte haben nach Angaben von Aktivisten bei der brutalen Niederschlagung von Demonstrationen am Freitag mindestens 32 Zivilisten getötet. Allein 23 Menschen seien in der Hauptstadt Damaskus ums Leben gekommen, teilten Bürgerrechtler mit. Die Aufstände greifen immer mehr auf die Hauptstadt über, in der es seit Beginn der Proteste vor vier Monaten im Süden des Landes relativ ruhig geblieben war. Noch nie waren dort so viele Menschen wie am Freitag getötet worden. In Reaktion auf die Gewalt sagte die Opposition eine geplante Konferenz in Damaskus ab. Zugleich versicherte Oppositionsführer Walid al-Bunni Reuters, ein separates Treffen werde am Samstag in Istanbul stattfinden.

Zwölf Menschen seien im Hauptstadtviertel Kabun erschossen worden, als die Sicherheitskräfte das Feuer auf eine Demonstration von rund 20.000 Menschen eröffneten, sagte Rihawi. Vier weitere starben in anderen Stadtteilen. In Dschobar, Duma und Kadam nahe der Hauptstadt starben zudem insgesamt sieben Menschen. Dutzende Demonstranten wurden verletzt.

Die amtliche Nachrichtenagentur Sana teilte dagegen mit, „bewaffnete Männer“ hätten auf Polizei und Zivilbevölkerung geschossen. Die Regierung macht seit Beginn der Proteste nicht näher benannte „bewaffnete Gruppen“ für die Gewalt verantwortlich.

Sicherheitskräfte feuern auf Demonstranten

Nach Angaben Rihawis wurden am Freitag außerdem in der Stadt Idleb im Nordwesten des Landes bei der Auflösung einer Demonstration drei Menschen erschossen. Auch in der südsyrischen Stadt Daraa, wo die Proteste vor genau vier Monaten ihren Ausgang nahmen, hätten die Sicherheitskräfte zwei Demonstranten getötet. Andere Aktivisten sagten, in Duma, einer Vorstadt von Damaskus, seien drei Menschen erschossen und 40 weitere verletzt worden, als die Sicherheitskräfte das Feuer auf Demonstranten eröffneten.

Allein in der Ölstadt Deir Essor im Nordosten des Landes und in der Protesthochburg Hama seien mehr als eine Million Menschen auf die Straße gegangen, um den Sturz der Regierung und die Freilassung aller politischen Gefangenen zu fordern, sagte Rami Abdel Rahman von der in London ansässigen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. „Es ist eine bedeutende Entwicklung und eine Botschaft an die Regierung, dass die Proteste immer größer werden.“

Journalisten verletzt

Auch in ganz Ägypten gingen am Freitag erneut tausende Menschen auf die Straße und drängten den Militärrat zur rascheren Umsetzung von Reformen. In der Hauptstadt Kairo versammelten sich tausende Menschen auf dem Tahrir-Platz, der seit einer Woche von Demonstranten besetzt ist. Neben der Bestrafung der für die Gewalt beim Volksaufstand verantwortlichen Polizisten fordert die Opposition, die früheren Machthaber vor Gericht zu stellen.

Auch in der jordanischen Hauptstadt Amman ging die Polizei Beobachtungen zufolge gewaltsam gegen Protestierende vor, die für Reformen demonstrierten. Demnach wurden insgesamt 17 Menschen verletzt, darunter neun Journalisten.