Staatsbesuch

Merkel setzt ihre Afrika-Reise in Angola fort

Kanzlerin Merkel ist auf der zweiten Station ihrer Afrikareise eingetroffen. In Angola wird sie zunächst eine Wirtschaftskonferenz eröffnen und sich anschließend mit dem Staatspräsidenten José Eduardo dos Santos zu Gesprächen treffen.

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Kanzlerin Angela Merkel ist am späten Dienstagabend in Angola eingetroffen. Es ist nach Kenia die zweite Station ihrer Afrikareise. Am Mittwoch eröffnet die CDU-Vorsitzende in der angolanischen Hauptstadt Luanda eine Wirtschaftskonferenz, anschließend wird sie von Präsident José Eduardo dos Santos mit militärischen Ehren empfangen. Für den Nachmittag sind Gespräche mit Vertretern der Zivilgesellschaft und mit dem Vorsitzenden der Oppositionspartei UNITA, Isaias Samakuva, geplant.

Merkels Besuch ist der erste eines deutschen Bundeskanzlers oder einer Bundeskanzlerin seit der Unabhängigkeit Angolas. Die Regierungschefin erwidert einen Besuch des Staatspräsidenten dos Santos vom Februar 2009 in Berlin.

Angola ist der zweitgrößte Ölexporteur Afrikas nach Nigeria. Außerdem ist das südwestafrikanische Land reich an Diamanten und Mineralien. Es leidet aber immer noch unter Korruption und den Folgen von 27 Jahren Bürgerkrieg, der erst 2002 endete. Erst im vergangenen Jahr gab es eine neue Verfassung. Nach den Parlamentswahl 2008 steht die nächste 2012 an.

Rechtssicherheit, Korruption und die Einhaltung der Meinungs- und Pressefreiheit sind Themen, die Merkel bei ihrem Besuch ansprechen will. In den vergangenen Jahren lockte Angola mit hohen Wachstumsraten verstärkt Investoren aus dem Ausland an, vor allem aus China. Auch dieses Thema will die Kanzlerin ansprechen.

Dritte Station Nigeria

Zum Abschluss ihrer Reise trifft Merkel am Donnerstag in Nigerias Hauptstadt Abuja mit Vertretern der Religionsgemeinschaften zusammen. Präsident Goodluck Ebele Jonathan empfängt die Kanzlerin danach mit militärischen Ehren. Vor ihrem Rückflug nach Berlin will Merkel im Hauptquartier der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) mit dem Kommissionspräsidenten James Victor Gbeho zusammentreffen und an einer Podiumsdiskussion teilnehmen.

Bei Merkels Besuch in Nairobi verinbarten beide Seiten am Dienstag unter anderem die Einrichtung eines Büros der deutschen Wirtschaft. Die Kanzlerin sicherte Kenia außerdem eine Million Euro für das Flüchtlingslager Dadaab zu, wo derzeit 380.000 Menschen leben.