CDU Baden-Württemberg

Schäubles Schwiegersohn will Stefan Mappus beerben

Nach der Wahlschlappe sucht die CDU Baden-Württemberg einen neuen Parteichef. Generalsekretär Thomas Strobl will es werden.

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Baden-Württembergs CDU-Generalsekretär Thomas Strobl will Nachfolger des scheidenden Landesvorsitzenden Stefan Mappus werden. Dagegen verzichtete die scheidende Umweltministerin und Mappus-Vertraute Tanja Gönner am Mittwoch endgültig auf eine Kandidatur.

Damit gibt es neben Strobl derzeit nur noch einen potenziellen Bewerber: CDU-Fraktionschef Peter Hauk. Der 50-Jährige deutete aber an, dass er mit einer Doppelspitze gut leben könnte. Hauk hatte zuvor Gönner im Rennen um den Fraktionsvorsitz klar besiegt.

Der Heilbronner Bundestagsabgeordnete Strobl sagte, zunächst müsse die Partei Gelegenheit haben, über die neue Aufstellung nach der historischen Niederlage bei der Landtagswahl zu diskutieren. „Aber am Ende würde ich mich auch in die Pflicht nehmen lassen“, sagte der 51-Jährige. Strobl erhielt viel Zuspruch für seine Bewerbung, stieß aber auch auf Vorbehalte. Die Entscheidung fällt beim Landesparteitag am 7. Mai.

Der Schwiegersohn von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geht davon aus, dass der neue Fraktionschef Peter Hauk nichts gegen seine Kandidatur einzuwenden hat. „Peter Hauk hat ja mehrfach erklärt, dass er sich eine Doppelspitze gut vorstellen kann.“

Strobl ist seit 1996 mit der Tochter von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) verheiratet. Christine Strobl ist Leiterin der Abteilung Kinder- und Familienprogramm des Südwestrundfunks und seit dem 1. Februar 2011 Fernsehfilmchefin des Senders.

Gönner ließ erklären: „In dieser Zeit ist Geschlossenheit gefragt. Ich bin weiterhin der Überzeugung, dass die Arbeit schlagkräftiger wird, wenn wie in Rheinland-Pfalz die beiden Funktionen der Fraktions- und Parteispitze in einer Hand gebündelt sind. Nach der bereits gestern (Dienstag) erfolgten Wahl des Fraktionsvorsitzenden ist die Grundlage hierfür für mich nicht gegeben.“ Sie plädierte erneut dafür, die Parteibasis und die Mitglieder noch stärker einzubinden.

Hauk will die Basis entscheiden lassen, ob Partei- und Fraktionsvorsitz in eine Hand kommen soll. „Jetzt ist die Partei am Zug“, sagte Hauk der dpa. Eine Bündelung beider Posten bei einer Person sei aber „nicht notwendig“. Sollte sich die Partei für ein Führungstandem entscheiden, müsse dies mit zwei Personen besetzt sein, die sich verstehen. „Wenn das harmonisch funktioniert, dann könnten zwei Köpfe besser sein als einer.“ Der CDU-Kreisvorstand in Mannheim sprach sich für Hauk als Parteichef aus.

Nach dem Karlsruher CDU-Bundestagsabgeordneten Ingo Wellenreuther stärkte auch sein Pforzheimer Kollege Gunther Krichbaum Strobl den Rücken. „Thomas Strobl wäre die beste Lösung für den Landesvorsitz. Mit dieser Einschätzung stehe ich in der CDU-Landesgruppe im Bundestag sicher nicht allein“, sagte Krichbaum der Ulmer „Südwest Presse“. Bundesvorstandsmitglied Axel Fischer kann sich Hauk oder Strobl vorstellen. „Entweder alles in eine Hand, oder man bezieht die Bundespolitik ein“, sagte der Bundestagsabgeordnete.

Der Chef der CDU Württemberg-Hohenzollern, Andreas Schockenhoff, hatte Gönner dazu ermuntert, neu über eine Kandidatur nachzudenken. Die Niederlage gegen Hauk dürfe nicht das Ende ihrer Ambitionen auf das andere Spitzenamt sein. „Deswegen sollten wir in Ruhe neu überlegen“, sagte Schockenhoff. Gönner gehört zum Bezirksverband Württemberg-Hohenzollern. Der CDU-Bundestagsabgeordnete sprach sich indirekt gegen Strobl aus. „Ich meine, es sollte im Sinne einer kraftvollen Opposition ein Landespolitiker machen.“