Image-Probleme

Bin Laden wollte offenbar al-Qaida umbenennen

Osama Bin Laden wollte sein Terrornetzwerk al-Qaida offenbar umbenennen. Der am 2. Mai von US-Spezialeinheiten in Pakistan getötete Top-Terrorist sorgte sich offenbar immens um das Image seiner Organisation.

In seinem Versteck in der pakistanischen Stadt Abbottabad wurden Hinweise gefunden, dass der getötete Osama Bin Laden plante, die Terror-Organisation al-Quaida umzubenennen. Osama Bin Laden soll in einem Brief an seinen Stellvertreter Aiman al-Sawahiri erklärt haben, al-Qaida habe ein Image-Problem. Dies liege primär daran, dass zu viele Muslime bei den Terroranschlägen getötet würden. Zudem sei Bin Laden frustriert gewesen, berichten US-Ermittler, über die Tatsache, dass viele langjährige Weggefährten und enge Vertraute getötet worden waren. Bin Laden habe Zweifel daran geäußert, ob die hochrangigen Al-Qaida-Leute ersetzt werden könnten.

Bin Laden hatte nach einem Zeitungsbericht zudem Kontakt zu einer Extremistengruppe, die dem pakistanischen Geheimdienst ISI nahesteht. Wie die "New York Times" berichtete, wurde bei der US-Kommandoaktion gegen Bin Laden ein Mobiltelefon mit Nummern von Mitgliedern der radikal-islamischen Harakat-ul-Mudschaheddin (HuM) sichergestellt. "Das ist eine wichtige Spur", sagte ein US-Beamter der Zeitung. Sie könnte darauf hindeuten, dass der Terrorchef in Pakistan von den Extremisten und damit indirekt auch vom ISI unterstützt worden sei. Stichhaltige Beweise gebe es dafür jedoch bislang nicht.