Flüchtlinge

Auf Lampedusa werden die Lebensmittel knapp

Das Auffanglager auf der italienischen Insel kann eigentlich nur 4000 Flüchtlinge pro Tag versorgen. Insgesamt befinden sich aber rund 6000 Afrikaner in dem Lager.

Foto: AFP

Die Behörden von Lampedusa können nach eigenen Angaben die Bootsflüchtlinge auf der italienischen Insel nicht mehr ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgen. Die im Auffanglager verteilte Nahrung reiche nur für etwa 4000 Menschen täglich aus, sagte Bürgermeister Bernardino De Rubeis am Mittwoch italienischen Rundfunkangaben zufolge. Insgesamt befänden sich jedoch rund 6000 Afrikaner auf der Insel, erklärte er wenige Stunden vor dem geplanten Besuch von Ministerpräsident Silvio Berlusconi auf Lampedusa.

Die italienische Regierung verhandelt nach Angaben von Innenminister Roberto Maroni derweil mit Tunesien über die Rücknahme von Flüchtlingen. Die meisten Migranten auf Lampedusa stammen aus dem nordafrikanischen Land, dessen autoritäres Regime Mitte Januar gestürzt wurde. Wer aus Kriegsländern komme, erhalte dagegen zeitlich befristete Aufenthaltspapiere, sicherte der Minister zu.

Der für Lampedusa zuständige Bischof von Agrigent will angesichts des Flüchtlingsnotstands die Osterfeiern, die üblicherweise in der Kathedrale der sizilianischen Metropole abgehalten werden, nach Lampedusa verlegen. „In dieser Situation brauchen die Menschen von Lampedusa unsere Nähe und unsere Zuneigung“, erklärte Francesco Montenegro.

Auf der Insel Lampedusa, die auf halbem Weg zwischen Tunesien und Sizilien gelegen ist, sind seit dem Sturz des tunesischen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali Mitte Januar knapp 22.000 Tunesier eingetroffen. Im gesamten Jahr 2010 waren es nur 4000. Am Mittwoch traf ein weiteres Schiff mit rund hundert illegalen Einwanderern vor dem Hafen ein. Fünf weitere Boote würden im Laufe des Tages noch erwartet, sagte der Gouverneur von Sizilien, Raffaele Lombardo, bei einem Besuch auf Lampedusa.